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WDR-Radiomoderator Jürgen Domian glaubt noch immer nicht an einen Scherzanruf.
WDR-Radiomoderator Jürgen Domian glaubt noch immer nicht an einen Scherzanruf.(Foto: dpa)

Schlechter Scherz bei "Domian"-Talk: Anruferin erfindet prügelnden Muslim

Im nächtlichen Radio-Talk mit Moderator Jürgen Domian behauptet eine 23-Jährige, von ihrem muslimischen Freund geschlagen zu werden. Der Anruf endet abrupt mit einer vermeintlichen Prügelattacke. Doch die Sorge um die Frau scheint unbegründet.

Ein nächtlicher Anruf während der Live-Sendung von Radio-Talker Jürgen Domian sorgt für Wirbel: Die Staatsanwaltschaft in Bochum prüft, ob sich eine junge Frau strafbar gemacht hat, die am Telefon vorgab, von ihrem muslimischen Freund geschlagen zu werden. Gegen 2.20 Uhr hatte die 23-Jährige am Dienstag völlig aufgelöst bei der WDR-Show angerufen und behauptet, die Familie ihres Freundes sei gegen die Beziehung und gegen den anderthalbjährigen gemeinsamen Sohn. Seit dessen Geburt werde sie deshalb immer wieder verprügelt. "Ich war schon im Krankenhaus, einmal mit gebrochener Nase", sagte sie.

Dann war im Hintergrund plötzlich eine Männerstimme zu hören. "Mit wem redest du? Was soll das?", wurde gefragt. Schließlich brach der Anruf ab - nachdem die Frau verzweifelt "Nein!" gerufen hatte und Geräusche eines Kampfes zu hören gewesen waren. Die Redaktion schaltete die daraufhin Polizei ein, die über die Handynummer der Frau deren Wohnadresse herausfand. Doch der Einsatz in der Ruhrgebietsstadt Castrop-Rauxel verlief anders als erwartet.

Nach Angaben eines Polizeisprechers, den die "Bild"-Zeitung zitierte, sei die 23-Jährige nicht angetroffen worden. Stattdessen klingelten die Beamten deren Eltern aus dem Bett, die von alledem nichts wussten. Schließlich revidierte die Frau ihre Geschichte. "Ich habe eine Riesendummheit gemacht, es sollte eigentlich ein Spaß sein", gestand sie dem Blatt. Sie sei am besagten Abend bei Freunden gewesen und habe "schon was getrunken", als sie auf die Idee gekommen sei, bei der Talkshow anzurufen.

Domian will immer noch helfen

"Auf mein Zeichen hin hat mein Kumpel den brutalen Freund gespielt", erklärte die Frau. "Ich habe dann 'Nein!' gerufen und aufgelegt. Wir haben nicht geahnt, dass das so eine Aufregung gibt und uns kaputtgelacht." Im Nachhinein konnten allerdings weder die WDR-Redaktion noch die Eltern der 23-Jährigen über den Telefonscherz lachen. "Meine Eltern sind total sauer", sagte sie der "Bild"-Zeitung. "Die schliefen schon, als acht Polizisten in die Wohnung stürmten." Die ganze Geschichte tue ihr "unendlich leid".

Mit einer Entschuldigung könnte es womöglich aber nicht getan sein: Denn ob es sich um die Vortäuschung einer Straftat handelt, prüft nun die Staatsanwaltschaft in Bochum. Derweil will Radio-Moderator Domian noch immer nicht wahrhaben, dass er auf einen schlechten Scherz hereingefallen ist. Auf seiner Facebook-Seite äußerte der 58-Jährige Zweifel an der Geschichte vom Spaßanruf. "Wir haben die Vermutung, dass die junge Frau Angst hatte, vor der Polizei zu sprechen", so Domian. "Wir machen uns also weiter Sorgen um die Anruferin und werden alles in unserer Macht stehende unternehmen, ihr zu helfen."

Quelle: n-tv.de

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