Panorama

Minus 34,8 Grad Arktische Kälte in Osteuropa

25.01.2010, 12:37 Uhr

Schnee und Eiseskälte haben Europa weiter fest im Griff: 22 Tote allein in Rumänien, in Polen erfroren in einer Nacht elf Menschen. In Deutschland werden für Mittwoch und Donnerstag wieder starke Schneefälle erwartet.

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Eiseskälte in Bukarest: In der rumänischen Hauptstadt werden weiter Temperaturen um die -26 Grad erwartet. (Foto: AP)

Der Dauerfrost in Rumänien hat in den vergangenen fünf Tagen bereits 22 Menschenleben gekostet. Das teilte das Gesundheitsministerium in Bukarest mit. In Polen erfroren elf Menschen in der bislang kältesten Nacht dieses Winters. In der Nähe von Przemysl im Südosten des Landes wurden in der Nacht zum Montag minus 32 Grad, in Suwalki im Nordosten minus 31 Grad gemessen. Insgesamt seien an dem eisigen Wochenende 16 Menschen an den Folgen von Unterkühlung gestorben, teilte das Krisenzentrum der Regierung in Warschau mit.

Nach Angaben des rumänischen Wetterdienstes herrschten Tiefsttemperaturen von minus 34,8 Grad in der Nacht bei Intorsura Buzaului in den Karpaten. Der Rekord liegt bei minus 36 Grad.

Es bleibt frostig

Im Nordosten Bulgariens wurde mit minus 29 Grad die tiefste Temperatur für diese Region seit 50 Jahren verzeichnet. In dem Balkanland forderte der Kälteeinbruch seit Samstag drei Todesopfer, wie Medien berichteten. Meteorologen warnten, sogar das Wasser in der Schwarzmeerbucht bei Warna könne erstmals seit dem Winter 1942/43 wieder gefrieren.

In Rumänien hatten die Behörden die Krankenhäuser angewiesen, Obdachlose vorübergehend aufzunehmen. Der extreme Frost soll noch bis Mittwoch andauern. Die Regierung kündigte an, dass die Versorgung der Industrie mit Erdgas gedrosselt werde, damit die Heizung von Wohnungen gesichert bleibe.

Trotz eisiger Kälte müssen in Polen noch Tausende von Menschen seit zwei Wochen ohne Strom auskommen. Nach heftigen Schneefällen Anfang Januar waren zahlreiche Strommasten und Leitungen beschädigt worden.

"Ina" bringt Neuschnee

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Ein Obdachloser liegt im Schnee an der Hamburger Außenalster. Mindestens 14 Obdachlose sind in diesem Winter bereits in Deutschland erfroren. (Foto: dpa)

In Deutschland bescherte das Tief Ina vor allem der Mitte Schnee und Eisglätte. In einem Streifen vom Emsland bis nach Nordbayern fielen bis zum Montagmorgen acht bis zehn Zentimeter Schnee, wie eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes sagte. In Hessen und Nordrhein-Westfalen kam es zu zahlreichen Unfällen, weil Autofahrer auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen gerieten.

Heftige Schneefälle und Schneeverwehungen erwartet der Deutsche Wetterdienst zur Mitte der Woche. Am Mittwoch und Donnerstag werde ein Niederschlagsgebiet von der Nordsee über ganz Deutschland hinwegziehen und zehn bis 20 Zentimeter Neuschnee bringen, sagte die Meteorologin.

Quelle: dsi/dpa /AFP