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Jahrelang führte Frankfurt am Main die Liste der unsichersten Städte in Deutschland an - nun soll Berlin ganz oben stehen.
Jahrelang führte Frankfurt am Main die Liste der unsichersten Städte in Deutschland an - nun soll Berlin ganz oben stehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Gewalttaten nehmen deutlich zu: Berlin ist die gefährlichste Stadt

Besonders unsicher lebt es sich statistisch gesehen in der Hauptstadt. Im Süden der Republik ist es laut der aktuellen Kriminalstatistik vergleichsweise ungefährlich. Insgesamt verzeichnen die Behörden einen Anstieg der Delikte.

Berlin ist einem Bericht zufolge auch "Hauptstadt des Verbrechens": Deutschlands größte Metropole weist in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das vergangene Jahr 16.161 erfasste Straftaten pro 100.000 Einwohner auf, wie die "Welt" vorab berichtete. Bislang hatte Frankfurter am Main an erster Stelle gelegen. Die Statistik, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Montag vorstellen will, weist demnach einen bundesweiten Anstieg der Delikte um 0,7 Prozent auf.

Den zweiten Platz der Rangliste nimmt dem Bericht zufolge Leipzig mit 15.811 Taten ein, den dritten Platz belegt Hannover (15.764 Taten). Frankfurt am Main (15.671 Taten) - die Stadt ist ein spezieller Fall - liegt nun auf dem vierten Platz. Die sicherste Stadt der Republik bleibt wie schon in den Vorjahren München. Dort registrierte die Polizei nur 7909 Verbrechen pro 100.000 Einwohner.

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Damit wird in der bayerischen Landeshauptstadt statistisch gerechnet nur jeder 13. Opfer eines Verbrechens. Das ist mit deutlichem Abstand vor allen anderen Städten der beste Wert. Den Platz dahinter nimmt ebenfalls eine bayerische Stadt ein: Augsburg (7988 Taten). Die nordrhein-westfälische Stadt Oberhausen (8258 Taten) kommt auf den dritten Platz, gefolgt von Wiesbaden.

Bundesländer im Vergleich

Die Statistik zeigt den Angaben zufolge, dass das Risiko, einem Dieb, Einbrecher oder Mörder zum Opfer zu fallen, regional unterschiedlich ist. Nach den Stadtstaaten Berlin (16.161 erfasste Straftaten pro 100.000 Einwohner), Bremen (13.687) und Hamburg (13.384) ist Nordrhein-Westfalen der Flächenstaat mit der höchsten Kriminalitätsrate. Dort entfallen auf 100.000 Einwohner 8225 Verbrechen, während es im "sichersten" Land Baden-Württemberg lediglich 5599 Taten sind.

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Ebenfalls gut schneiden die nachfolgenden Länder Hessen (6672), Rheinland-Pfalz (6775) und Bayern (6871) ab. 2016 wurden insgesamt 6,37 Millionen Fälle registriert und damit 41.900 oder 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem Gewaltverbrechen und Rauschgiftdelikte legten zu.

Anstieg bei Gewaltverbrechen

Die Gewaltkriminalität stieg nach Angaben der "Bild"-Zeitung zufolge um 6,7 Prozent auf 193.542 Taten. Dabei legten etwa die Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen um 14,3 Prozent auf 2418 Fälle zu. Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung gab es eine Zunahme von 12,8 Prozent auf 7919 Fälle. Allein in der Silvesternacht 2015/2016 hatten nach sexuellen Übergriffen in Köln und anderen deutschen Städten Hunderte Frauen solche Taten zur Anzeige gebracht.

Auch mehr Rauschgiftkriminalität wurde demnach registriert: So nahmen die Drogendelikte um 7,1 Prozent auf 302.594 Fälle zu. Vor allem der Kokain- und Crack-Handel (plus 16,8 Prozent) und der Handel mit LSD (plus 39,7 Prozent) legten zuletzt stark zu. Erstmals seit zehn Jahren zurückgegangen ist laut dem "Spiegel" die Zahl der Wohnungseinbrüche.

Von den insgesamt 6,37 Millionen Straftaten wurden mehr als 3,58 Millionen und damit mehr als die Hälfte (56,2 Prozent) aufgeklärt. Damit liegt die Aufklärungsquote auf dem Niveau des Vorjahres (56,3 Prozent).

Quelle: n-tv.de

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