Zehn Euro für hunderte UnterlagenBewerbungen im Netz versteigert
Eine Firma hat im Internet hunderte Bewerbungsunterlagen versteigert. Ein Schreibwarenhändler kaufte die persönlichen Papiere für zehn Euro.
Hunderte an eine Frankfurter Firma geschickte Bewerbungsunterlagen sind im Internet gehandelt worden.
Die Kiste voller persönlicher Daten, Bewerbungsfotos, Lebensläufen und Zeugnissen sei am 16. Juli beim Internet-Auktionshaus Ebay versteigert worden, schreibt die "Frankfurter Rundschau".
Angeblich standen 500 leere gebrauchte Bewerbungsmappen zum Verkauf. Für nur zehn Euro habe ein Schreibwarenhändler die Ware ersteigert, habe sich über den Inhalt gewundert und die Unterlagen der Zeitung übergeben.
Ebay teilte mit: "Anhand der Artikelbeschreibung war nicht zu erkennen, dass es sich hierbei um Mappen handelt, die noch Bewerbungsunterlagen enthalten." Wenn Ebay dies gewusst hätte, wäre das Angebot wegen Verstoßes gegen den Datenschutz "von uns selbstverständlich unverzüglich gelöscht worden".
"Definitiv illegal"
Die Zeitung will die Kiste dem Datenschutzbeauftragten des Regierungspräsidiums Darmstadt übergeben. "Wir haben sie noch nicht", sagte Sprecher Dieter Ohl auf Anfrage. Es liege sicherlich ein Rechtsverstoß vor. Bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt gibt es noch keine Anzeige in dieser Sache.
"Was hier passiert ist, ist definitiv illegal", sagte Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein, dem Blatt. Bewerbungsschreiben seien hochsensible Unterlagen, die nicht an Dritte weitergegeben werden dürften.
Die Bewerbungsunterlagen waren laut FR an eine Firma gegangen, die per Anzeige Mitarbeiter für ihre Telekommunikationsabteilung suchte. Die Firma gebe es nicht mehr, der frühere Geschäftsführer, an den die Bewerbungen gerichtet worden seien, sei nicht zu erreichen.