Panorama

Wochenrekord bei Christie'sBilder kosteten mehr als eine Milliarde Dollar

14.05.2015, 11:42 Uhr
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Gemälde von Mark Rothko: schön, aber teuer. (Foto: AP)

Der Kunstmarkt verändert sich. Neue Kunden treten auf, die bereit sind, immer höhere Preise zu bezahlen - manchmal das Dreifache des Schätzwerts. Darum überbieten sich die Auktionshäuser mit neuen Rekorden.

Zum ersten Mal in der Geschichte hat das Auktionshaus Christie's innerhalb einer Woche mehr als eine Milliarde US-Dollar eingenommen. "Das war eine Woche, wie sie die Kunstwelt noch nie gesehen hat", schreibt die "New York Times". Am Montag hatten die verkauften Werke einen Gesamtpreis von 705,9 Millionen Dollar, am Mittwoch waren es 658,5 Millionen Dollar. Die "Times" schreibt von einem "symbolischen coup" für das Auktionshaus, der den Abstand zum Rivalen Sotheby's vergrößere.

Nachdem am Montag das Werk "Les femmes d'Alger" von Pablo Picasso am Montag mit 179,4 Millionen Dollar den Rekord des teuersten Bildes eingestellt hatte, ging es am Mittwoch mit anderen Rekorden weiter: Christie's erzielte Spitzenerlöse für Robert Rauschenberg, Lucian Freud und Hans Hofmann. Auch für Andy Warhol und Jackson Pollock wurden neue Höchstwerte erzielt, allerdings nur bezogen auf bestimmte Techniken.

Teuerstes Werk des Abends war "No 10" von Mark Rothko. Das großformatige Bild, das auf dem ersten Blick nur aus den Farben Orange und Schwarz zu bestehen scheint, wurde für 81,9 Millionen Dollar verkauft. Das ist knapp unter dem Rekord für den 1970 gestorbenen Amerikaner, dessen "Orange, Red, Yellow" vor drei Jahren für genau fünf Millionen Dollar mehr veräußert worden war.

Robert Rauschenbergs "Johanson's Painting" ging für 18,6 Millionen Dollar weg, das war ein neuer Auktionsrekord für den Amerikaner. Der lag bisher bei 14,6 Millionen und war schon sieben Jahre alt - Rauschenberg war zwei Tage zuvor gestorben. Das jetzt versteigerte Bild war auf nicht einmal ein Drittel geschätzt worden. Bei Giovanni Anselmo wurde sogar das Zehnfache des Erwarteten erzielt, sein "Torsione" ging für gut 6,4 Millionen Dollar weg. Ein Vielfaches davon erzielte Lucian Freuds "Benefits Supervisor Resting": Das Bild wurde für 56,2 Millionen Dollar versteigert - auch für den Verwandten des Psychoanalytikers Sigmund Freud ein Spitzenergebnis.

"Es ist ein Spektakel des Exzesses auf höchstem Level", sagte der Kunstsachverständige Abigail Asher der "New York Times". "Eine neue Käuferschicht hat den Kunstmarkt betreten. Und diese ist dazu bereit, atemberaubende Preise für Trophäen zu bezahlen."

Quelle: ntv.de, che/dpa

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