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Mindestens acht Tote: Blizzard trifft US-Ostküste mit voller Wucht

Es ist ein Notstand mit Ansage: Wie befürchtet legt die "weiße Wand" fast das gesamte Gebiet zwischen Virginia und New York City lahm. Über 100.000 Menschen sind ohne Strom. Viele Autofahrer ignorieren die Warnungen - mit fatalen Folgen.

Mindestens acht Menschen sind Medienberichten zufolge bei einem schweren Wintersturm in den USA ums Leben gekommen. Sie starben in der Nacht bei Autounfällen in den Bundesstaaten Arkansas, Tennessee und Kentucky, wie zuständige Polizeibehörden mitteilten. Mehr als 112.000 Menschen waren in North und South Carolina ohne Strom. Tausende Flüge wurden abgesagt.

Es wird vermutet, dass der Sturm, der sich die Ostküste hochbewegte, für bis zu 90 Zentimeter Neuschnee in Washington sorgen könnte. Solche Schneemassen hat die Hauptstadt laut Meteorologen noch nie zuvor erlebt. Der Schneefall setzte am Freitagnachmittag ein, die U-Bahn stellte bis Sonntag ihren Betrieb ein. In den Metropolen Philadelphia und New York, die ebenfalls an der Ostküste liegen, wurde mit bis zu 46 Zentimetern Neuschnee gerechnet.

Insgesamt leben im von dem vom Sturm bedrohten Gebiet 85 Millionen Menschen in insgesamt 19 Bundesstaaten, das entspricht einem knappen Viertel der US-Bevölkerung. Viele hatten sich vorab mit Lebensmittelvorräten versorgt. In New Jersey und der Stadt New York wurden Schutzmaßnahmen gegen mögliche Überschwemmungen getroffen.

Vielerorts brach der Verkehr auf winterlichen Straßen zusammen. Die Polizei berichtete alleine in Virginia von Hunderten Unfällen. An der US-Ostküste sind nur wenige Fahrzeuge für Schnee und Eis ausgerüstet. Viele Autofahrer ignorierten die offiziellen Mahnungen, von Freitagnachmittag an das Haus nicht mehr zu verlassen. Mehrere Fluglinien sagten nach Angaben der Website flightaware.com für Freitag und Samstag insgesamt 6300 Flüge ab, die meisten davon an Flughäfen in der Gegend um New York und Philadelphia.

Hamsterkäufe in der Hauptstadt

Wegen des erwarteten schweren Schnees auf den Stromleitungen gab es drastische Ausfälle in der Energieversorgung. Mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus, das hat aber vor allem organisatorische und finanzielle Gründe. Am Samstag soll es ununterbrochen weiterschneien.

Die Behörden warnten auch vor Überschwemmungen an den Küsten. "Es ist der Wind, der uns Sorgen macht", sagte Robert Maloney aus dem Büro des Bürgermeisters in Baltimore. Das öffentliche Leben in der Hauptstadt der USA kam am Freitag weitestgehend zum Erliegen. Regierungsbehörden schlossen am Mittag, alle Schulen bereits am Morgen.

In Washington kam es bereits viele Stunden vor Einsetzen des Winterwetters zu regelrechten Hamsterkäufen. In Supermärkten waren Brot, Milch und Wasser vielerorts Mangelware. Während der Sturm 24 bis 36 Stunden dauern sollte, wurde für Sonntag strahlender Sonnenschein bei Minusgraden vorausgesagt: ideales Wetter für Wintersportler, Familien und Ausflügler.

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Quelle: n-tv.de

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