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Das Atoll bot im Kalten Krieg über 3000 Soldaten eine Unterkunft.  Heute leben auf Midway rund 30 Menschen.
Das Atoll bot im Kalten Krieg über 3000 Soldaten eine Unterkunft. Heute leben auf Midway rund 30 Menschen.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Notlandung im Nirgendwo : Boeing muss winziges Pazifik-Atoll ansteuern

Auf einem Flug der US-Airline United von Hawaii nach Guam breitet sich plötzlich Brandgeruch in der Kabine aus. Der Pilot der Boeing sieht mitten über dem Pazifik nur eine Möglichkeit: Er muss das winzige Atoll Midway und dessen verlassene Militärbasis anfliegen.

Die gut sechs Quadratkilometer umfassenden Inseln liegen rund 2100 Kilometer von Honolulu entfernt in einer der verlassensten Regionen der Erde.
Die gut sechs Quadratkilometer umfassenden Inseln liegen rund 2100 Kilometer von Honolulu entfernt in einer der verlassensten Regionen der Erde.

Eine Boeing 777 der US-Fluggesellschaft United Airlines mit 348 Menschen an Bord musste auf dem winzigen Pazifik-Atoll Midway eine Notlandung hinlegen. Während des Fluges von Hawaiis Hauptstadt Honolulu in Richtung der Insel Guam hatte sich über einem extrem abgelegenen Teilstück des Pazifiks plötzlich Brandgeruch in der Kabine ausgebreitet.

"Der Geruch wurde immer stärker, als ob etwas abgebrannt würde", sagte die Passagierin Teresita Smith gegenüber dem US-Sender ABC News. "Es war sehr beängstigend. Viele Leute waren in Aufregung." Angeblich war der Geruch bereits vor dem Start in Hawaii bemerkt worden, wodurch sich der Abflug um drei Stunden verzögert habe.

Fünf Stunden später sei der Geruch plötzlich zurückgekehrt. "Im hinteren Teil der Maschine schaltete sich der Alarm ein", sagte Smith. Der Pilot gab daraufhin bekannt, dass die Maschine umdrehen und in Richtung des gut sechs Quadratkilometer umfassenden Atolls Midway fliegen werde. Dabei ging offenbar der Sprit zur Neige und das Flugzeug sackte ab.

Maschine blieb auf Midway zurück

Die Boeing landete schließlich auf einem aufgegeben Luftwaffenstützpunkt der US-Armee auf dem über 2100 Kilometer nordwestlich von Honlulu gelegenen Atoll, das vor allem wegen der dort stattfindenden Kämpfe zwischen den USA und Japan im Zweiten Weltkrieg bekannt ist. Im Kalten Krieg waren auf dem Atoll zeitweise über 3000 Soldaten stationiert. Heute leben auf Midway noch rund 30 Menschen, die vor allem für die Instandhaltung des Rollfeldes und die wissenschaftliche Betreuung des dortigen Naturschutzgebietes zuständig sind.

Laut Angaben von United Airlines handelte es sich bei dem Vorfall nur um ein kleineres technisches Problem, das angeblich mit der Elektronik im Cockpit zusammengehangen habe. Zusätzlich sei der Radar ausgefallen.

Auf Midway angekommen mussten die Insassen sechs Stunden in einem alten Gebäude des US-Militärs ausharren, bis ein Ersatzflugzeug eintraf. Die Inselbewohner versorgten die Notgelandeten indes mit Verpflegung.  Anschließend wurden die Passagiere zurück nach Honolulu gebracht. Ihr Gepäck befindet sich jedoch noch in der nach wie vor auf Midway stehenden Maschine. Als Entschädigung gewährte die Fluggesellschaft den Betroffenen einen Gutschein in Höhe von 500 US-Dollar.

Quelle: n-tv.de

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