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Blick auf den Monitor eines Lotsen auf dem Tower des Flughafens in Bremen.
Blick auf den Monitor eines Lotsen auf dem Tower des Flughafens in Bremen.(Foto: dpa)

"Ufo" könnte militärischer Testflug gewesen sein: Bremer Polizei erhält zahlreiche Hinweise

Ein unbekanntes Flugobjekt dringt in den Luftraum über dem Bremer Flughafen ein. Sowohl der Tower des Airports als auch die örtliche Polizei sind ratlos. War dort neueste Militärtechnik im Einsatz? Tipps und Fotos aus der Bevölkerung sollen der Polizei helfen.

Noch immer ist nicht klar, was am Montagabend am Himmel über Bremen zu sehen war. Bislang hat die Polizei rund zwei Dutzend Hinweise aus der Bevölkerung auf die vermeintliche Ufo-Sichtung erhalten. Ob die Hinweise und sogar Fotos brauchbar sind, wollte Polizeisprecherin Kirsten Dambek nicht sagen. Sie erwarte aber noch mehr Hinweise. Bei ihren Ermittlungen arbeitet die Polizei mit der Deutschen Flugsicherung zusammen.

Der Versuch eines Tower-Mitarbeiters, mit dem unbekannten Flugobjekt Kontakt aufzunehmen, blieb erfolglos.
Der Versuch eines Tower-Mitarbeiters, mit dem unbekannten Flugobjekt Kontakt aufzunehmen, blieb erfolglos.(Foto: dpa)

Ein Lotse im Bremer Tower hatte am Montagabend auf dem Radar ein Flackern bemerkt und dann beim Blick nach draußen ein fliegendes Objekt mit Positionsleuchten gesehen. Auch zwei Polizisten sahen "so etwas Ähnliches wie einen Hubschrauber" am Himmel.

Die Polizei geht zu 90 Prozent davon aus, dass es sich um einen Hubschrauber gehandelt haben muss. Gegen diese These spricht jedoch, dass Hubschrauber einen klar identifizierbaren Lärm machen. Augenzeugen berichteten aber übereinstimmend von einem eher leisen Flugobjekt. Es könnte sich also um einen Helikotper mit Flüster-Rotorblättern gehandelt haben. Nach Angaben von "Radio Bremen" hat die  EADS-Tochter Eurocopter eine Technologie zur Serienreife geführt, "die das für die Hubschrauberrotoren so charakteristische Klappern nahezu vollständig unterdrückt".

Ein solcher Helikopter muss auch nicht unbedingt auf den Bildschirmen der Deutschen Flugsicherung erkennbar sein. Denn das hängt ab vom Material des jeweiligen Objekts, beispielsweise durch die Stealth-Technologie. Entscheidend sind auch Größe und Flughöhe des jeweiligen Objekts. Auch könnte es sich im Radarschatten befunden haben.

Recherchen beim Militär kaum möglich

Tatsächlich hat "Radio Bremen" einen Hinweis auf einen militärischen Testflug bekommen. Überprüfen lässt sich das aber nur sehr schwer, weil ein Großteil militärischer Projekte der höchsten Geheimhaltungsstufe unterliegt. Fest steht aber, dass Bremen ein wichtiger Rüstungsstandort ist. So entwickelt etwa Rheinmetall Defence in Bremen Drohnen für militärische Zwecke. Dass das Unternehmen neue Entwicklungen ausgerechnet über dem Stadtgebiet testet, darf eher als unwahrscheinlich gelten.

Wenn es eine Drohne war, die über den Dächern der Stadt flog, muss es sich um eine kommerzielle oder militärische gehandelt haben. Denn leichte Drohnen aus Bastlerläden und Baumärkten hätten bei den Windverhältnissen am Montagabend nicht fliegen können. Kommerzielle Drohnen, sogenannte Oktokopter, werden mit Kameras ausgestattet immer häufiger für Film- und Fernsehproduktionen eingesetzt. Für solche Flugobjekte gilt aber, dass sie vor allem in Flughafennähe eine Starterlaubnis benötigen.

Wegen des rätselhaften Vorfalls mussten am Montag ein Flug umgeleitet und ein weiterer gestrichen werden. Es kam zu erheblichen Verspätungen bei der Abfertigung und im Flugverkehr.

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Quelle: n-tv.de

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