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Die Brennstäbe werden in tonnenschweren Behältern abtransportiert.
Die Brennstäbe werden in tonnenschweren Behältern abtransportiert.(Foto: dpa)

"Höchste Vorsicht": Brennstäbe in Fukushima werden geborgen

Um diese Arbeit werden sie sicher nicht beneidet: Experten der Betreibergesellschaft Tepco beginnen damit, Plutonium- und Uran-Brennstäbe aus der Atomruine Fukushima umzulagern. Der gefährliche Auftrag soll in etwa einem Jahr beendet sein.

In der Ruine des havarierten Atomkraftwerks Fukushima hat die Bergung von rund 1500 Brennstäben aus einem der beschädigten Reaktoren begonnen. Die in einem Becken in rund 30 Metern Höhe von kleinen Trümmerteilen umgebenen Brennstäbe gelten als eine der größten Gefahrenquellen auf dem Gelände. Die Betreiberfirma Tepco hofft, bis Ende 2014 mit den Arbeiten fertig zu sein.

Die Bergung müsse mit "höchster Vorsicht" erfolgen, sagte der Chef der Atomaufsichtsbehörde, Shunichi Tanaka. Sollten die Brennstäbe bei ihrer Bergung an die Luft kommen oder gar brechen, könnten große Mengen radioaktiver Gase in die Atmosphäre gelangen. Ein Brennstab wiegt rund 300 Kilogramm. Sie müssen schnellstens aus der Atomruine entfernt werden, weil die beschädigte Anlage im Falle eines weiteren Erdbebens leicht einstürzen könnte. Das Gebäude des Reaktors 4 war bei einer Wasserstoffexplosion in Folge des Erdbebens und Tsunamis im März 2011 beschädigt worden.

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Die 1331 abgebrannten sowie 202 unbenutzten Uran- und Plutonium-Brennstäbe werden mit einer Spezialvorrichtung in einen castorähnlichen Behälter gehievt. Dieser Vorgang geschieht in dem Becken unter Wasser. Sobald der Container mit 22 der 4,5 Meter langen Brennstäbe gefüllt ist, wird er mit einer Kranvorrichtung auf einen Lkw gehoben. Dieser bringt ihn dann zu einem anderen Gebäude in rund 100 Meter Entfernung, wo die Brennstäbe Tepco zufolge sicherer als bisher gelagert werden können. Die Umlagerung gilt als erster großer Schritt zur Stilllegung des AKW. Der vollständige Rückbau der Anlage dürfte etwa 30 bis 40 Jahre dauern.

Bewältigung kostet Milliarden

Seit dem Atomunglück kämpft Tepco mit den Folgen, darunter etlichen Wasserlecks. Tausende Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers, das zu Kühlzwecken an den beschädigten Reaktoren eingesetzt und in Wassertanks gelagert wird, gerieten in den Pazifischen Ozean.

Tepco steht wegen seines Krisenmanagements heftig in der Kritik. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, das Ausmaß des Desasters zu vertuschen und die Öffentlichkeit nur häppchenweise zu informieren. Zugleich kam es bei der Bewältigung der Krise immer wieder zu Pannen

Die japanische Regierung kündigte jüngst an, umgerechnet 30 Milliarden Dollar zusätzlich für die Bewältigung der Atom-Katastrophe bereitstellen. Damit würden die Mittel auf insgesamt 80 Milliarden aufgestockt. Das Geld werde für die Aufräumarbeiten in der Umgebung des Atomkraftwerks sowie für die Entschädigung der umgesiedelten Anwohner verwendet. Nicht in dieser Summe enthalten sind die Mittel, die für die Verschrottung der sechs Reaktoren benötigt werden.

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Quelle: n-tv.de

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