Panorama

Eigenen Finger gegessenBuddhistischer Vegetarier bereut

04.05.2011, 11:36 Uhr

Dass Menschen Menschen essen, kommt schon nicht sehr häufig vor. Dass jemand sich gar selber isst, ist noch seltener. Ein Neuseeländer hat es getan und erklärt, warum.

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In diesem Fall hilft wohl nur noch eine Prothese. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Ein psychisch kranker Neuseeländer hat das Verspeisen seines kleinen Fingers als Hilfeschrei beschrieben. Er habe an einer Psychose gelitten und keine medizinische Hilfe erhalten, weshalb er seinen Finger abgeschnitten und gegessen habe, sagte der Mann dem "New Zealand Herald". Er habe jedes Vertrauen in das Gesundheitssystem verloren und mit seiner Aktion aufschrecken wollen.

Psychiater und Psychologen hatten zuvor im Fachblatt "Australasian Psychiatry" erklärt, dass es sich um einen von lediglich acht weltweit jemals registrierten Fällen von Selbst-Kannibalismus gehandelt habe. Dem Bericht zufolge schnürte der Mann seinen kleinen Finger mit einem Band ab und sägte ihn anschließend ab. Dann kochte er ihn mit Gemüse und verzehrte ihn. Den Experten zufolge litt der Mann zu dem Zeitpunkt im Jahr 2009 an einer leichten Depression sowie an Schlaflosigkeit und Selbstmordgedanken. Der damals 28-Jährige habe aber keine Psychose gehabt.

Der Mann, der nach eigenen Angaben ein buddhistischer Vegetarier ist, sagte dem "New Zealand Herald", er bereue seine Tat heute. Er habe damals anderen psychisch Kranken Mut machen wollen, Hilfe zu suchen. Seine derzeitigen Mitbewohner seien indes nicht entsetzt gewesen, als er ihnen davon erzählte. "Sie fragten mich, wie es schmeckte", sagte er.

Quelle: AFP