Panorama
Ein Trailer kündigt die Web-Serie an.
Ein Trailer kündigt die Web-Serie an.(Foto: Screenshot n-tv.de / Youtube Die Rekruten Trailer)
Sonntag, 23. Oktober 2016

Kritik an hohen Kosten: Bundeswehr zeigt Reality-Doku mit Rekruten

Zur Bundeswehr gehen und zum Youtube-Star werden? Das geht. Denn die Bundeswehr begleitet in einer neuen Web-Serie Rekruten bei der Grundausbildung. Kritik gibt es - angesichts maroder Bundeswehr-Technik - an den Kosten.

Die Bundeswehr will ab November mit einer täglichen Reality-Dokumentation im Videoportal Youtube um Nachwuchs werben. Die dreimonatige Serie mit dem Titel "Die Rekruten" lässt sie sich nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" 1,7 Millionen Euro kosten.

Zwölf Rekruten - zwei Frauen und zehn Männer - würden bei ihrer Grundausbildung an der Marinetechnikschule Parow in Mecklenburg-Vorpommern mit der Kamera begleitet, erläuterte der Kommunikationschef für die Arbeitgebermarke Bundeswehr, Dirk Feldhaus. Schließlich hätten die Seestreitkräfte den größten Personalmangel. Die Teilnehmer hätten sich um die Rollen beworben.

Ein bereits veröffentlichter Trailer, der etwas protzig mit der Einblendung "Parow Pictures präsentiert eine Bundeswehr Originalserie" beginnt, zeigt die Protagonisten, wie sie etwa zur Kaserne anreisen und sich dort einkleiden lassen.

"Kommt jeder Rekrut an seine Grenzen"

Jeden Tag soll eine neue fünf Minuten lange Folge ins Netz kommen. "Wir zeigen die Höhen und bewusst auch die Tiefen. In den drei Monaten Grundausbildung kommt jeder Rekrut an seine Grenzen", sagte Feldhaus. Ein Scheitern solle aber nicht gegen den Willen der Protagonisten gezeigt werden. Niemand solle lächerlich gemacht werden.

Mit der Serie sollen laut Feldhaus vor allem Bewerber für die Mannschaftslaufbahn gewonnen werden. Ansprechen wolle man Menschen mit Haupt- und Realschulabschluss.

Der Grünen-Verteidigungspolitiker Tobias Lindner kritisierte das Vorhaben und seine Kosten. "So lange die Ausrüstung der Bundeswehr so marode ist, nützen die teuersten Werbefilmchen nichts", sagte er der "Bild am Sonntag". Die Millionen sollte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen von der CDU lieber für die Soldaten ausgeben.

Quelle: n-tv.de

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