Panorama

Landwirtschaft ist überfordertCharles rettet die Böden

04.05.2011, 22:51 Uhr

Eines Tages wird uns die Natur nicht mehr folgen, unsere Anforderungen bleiben unerfüllt. Das vermutet der britische Thronfolger Prinz Charles und wirbt eindringlich für eine Abkehr von Raubbau.

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Charles versucht den Hebel herumzureißen. (Foto: AP)

Der britische Prinz Charles hat bei einer Konferenz in den USA eindringlich für einen Umstieg auf eine nachhaltige Landwirtschaft geworben. "Eines Tages werden wir die Natur so weit getrieben haben, dass sie Schwierigkeiten haben wird, unsere Anforderungen zu erfüllen", sagte der britische Thronfolger bei der Konferenz "Zukunft der Nahrung" an der Georgetown-Universität in Washington.

"Die Böden sind ausgelaugt, die Nachfrage nach Wasser steigt noch mehr ins Unersättliche, und das ganze System unterliegt der Gnade eines zunehmend schwankenden Ölpreises", warnte Charles vor 700 Zuschauern in einem überfüllten Saal.

Der Prinz rief die Nahrungsmittelindustrie auf, einen "nachhaltigeren Ansatz" in der Landwirtschaft zu verfolgen, mit welchem die wachsende Weltbevölkerung von bald neun Milliarden Menschen ausreichend ernährt werden könne. "Wir können nicht mehr so weitermachen wie bisher", sagte Charles und rief die Industrie zu "mutigen Schritten" auf. Der Prince of Wales, der sich seit Jahren für den Naturschutz einsetzt, erhielt als einziger der Redner der Veranstaltung stehenden Applaus.

Prinz Charles hielt sich seit Dienstag zu einem zweitägigen Kurzbesuch in den USA auf, in dessen Verlauf er auch das Oberste Gericht besuchte und US-Soldaten traf, die bei ihrem Einsatz in Afghanistan und Irak verletzt worden waren.

Quelle: AFP