Panorama
Der Autoverkehr in Peking fährt oft an der Schmerzgrenze - Experten fürchten, die neuen Regeln könnten dies noch verstärken.
Der Autoverkehr in Peking fährt oft an der Schmerzgrenze - Experten fürchten, die neuen Regeln könnten dies noch verstärken.(Foto: picture alliance / dpa)

Neue Verkehrsregeln eingeführt: Chinas Autofahrer sind erzürnt

Gelb ist das neue Rot. Oder so ähnlich. In China werden Autofahrer, die Ampeln bei Gelb überfahren, nun genauso hart bestraft wie bei Rot. Die Bürger sind sauer, sie verstehen die Regelung nicht. Experten fürchten mehr Unfälle und Staus im ohnehin belasteten Straßennetz.

Neue Verkehrsregeln haben in China den Unmut der Autofahrer ausgelöst: Wer bei Gelb noch über die Ampel fährt, wird jetzt genauso hart bestraft, als wenn er bei Rot über die Kreuzung gefahren wäre. Ampelsünder kassieren künftig sechs statt drei Punkte und eine Geldbuße von bis zu 200 Yuan (25 Euro). Bei zwölf Punkten im Jahr ist der Führerschein weg. Um ihn wieder zu bekommen, sind ein siebentägiger Kurs und eine erneute theoretische Prüfung nötig.

Die verschärfte Stoppregel bei Gelb gilt, solange das Auto die Haltelinie mit den Vorderrädern noch nicht überfahren hat, schrieben chinesische Medien. Kritiker warnten jedoch vor Auffahrunfällen, weil Fahrer abrupt und scharf abbremsen könnten. Erste Unfälle werden schon gemeldet. In Internetforen fragten zudem viele Chinesen, welchen Sinn Gelb habe, wenn es genauso streng wie Rot beachtet werden müsse. Es sei häufig beim besten Willen nicht möglich, noch rechtzeitig zu stoppen.

Außerdem gibt es Sorgen, dass Autos vor Kreuzungen das Tempo verlangsamen könnten, um nicht in die "Gelbfalle" zu tappen. Das könne die Fließgeschwindigkeit des Verkehrs in chinesischen Städten noch verringern und zu weiteren Staus führen, wird befürchtet. Viele Kreuzungen in Chinas Städten sind mit automatischen Kameras ausgestattet, die Ampelsünder blitzen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen