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Die spanische Galeone "San José" sank 1708 vor der kolumbianischen Küste.
Die spanische Galeone "San José" sank 1708 vor der kolumbianischen Küste.(Foto: Samuel Scott/Wikipedia/gemeinfrei)

Streit um Schatz in Schiffswrack: Das Feilschen um Milliarden beginnt

Über 300 Jahre verbirgt die spanische Galeone "San José" Edelsteine, Gold und Silber in ihrem Rumpf - dann entdecken Schatzsucher das Schiffswrack vor der Küste Kolumbiens. Doch wem gehören die Juwelen? Spanien, Kolumbien - oder doch dem Finder?

Spanien und Kolumbien wollen nach der Entdeckung eines Schiffwracks in der Karibik über den darin vermuteten Milliardenschatz verhandeln. Wie es aus Madrid hieß, verständigten sich beide Länder darauf, den Streit um das Wrack der spanischen Galeone "San José" auf diplomatischem Wege beizulegen. Spaniens Außenminister José Manuel García-Margallo werde mit seiner kolumbianischen Amtskollegin María Angela Holguín Gespräche führen. Beide Länder hatten zuvor Ansprüche auf das Schiff erhoben.

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Die "San José" war 1708 nach einem Gefecht mit einem englischen Flottenverband vor der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena gesunken. An Bord sollen Goldmünzen und Smaragde im Wert von 3 bis 17 Milliarden US-Dollar gewesen sein. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hatte die Entdeckung des Wracks am vergangenen Samstag bekanntgegeben. Bislang konnten Wissenschaftler allerdings nur Kanonen und Keramikgefäße mit einer Unterwasserkamera filmen.

"Wer die juristischen Grundlagen und die Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs kennt, weiß, dass es sich bei dem Fund um Eigentum des kolumbianischen Staates handelt", sagte Martínez. Spaniens Chefdiplomat García-Margallo kündigte an, sich um ein freundschaftliches Übereinkommen mit Kolumbien zu bemühen. Allerdings sagte er auch: "Dies war ein staatliches Schiff, und es gehört dem Staat, unter dessen Flagge es fuhr."

Schatzsucher wollen mitverdienen

Tatsächlich gibt es eine Art Präzedenzfall: 1804 war das spanische Kriegsschiff "Nuestra Señora de las Mercedes" vor der Küste Portugals gesunken. An Bord waren über 500.000 Silber- und Goldmünzen, die ein US-amerikanisches Schatzsucherunternehmen 2007 geborgen hatte. Ein US-Gericht entschied 2011, dass der Schatz an Spanien übergeben werden muss.

Schlechte Chancen also für die US-Firma Sea Search Armada (SSA), die das Wrack der "San José" in den 1980er Jahren als Erste geortet haben will und jetzt einen Teil des Schatzes für sich beansprucht. Ein Anwalt des Unternehmens sagte, jene Fundstücke, die nicht zum kolumbianischen Kulturerbe zählten, seien mit seinem Mandanten zu teilen. Es sei unvermeidlich, dass sich die Regierung Kolumbiens mit SSA arrangiere.

Quelle: n-tv.de

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