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In Großbritannien wurden einige Produkte aus dem Verkehr gezogen.
In Großbritannien wurden einige Produkte aus dem Verkehr gezogen.(Foto: dpa)

Verdacht auf Pferdefleisch: Deutsche Märkte stoppen Verkauf

Bis zu 100 Prozent Pferdefleisch befand sich in Lasagne, die in Großbritannien als Rindfleisch-Produkt verkauft wurde. Über verworrene Wege war das Fleisch aus Rumänien über Frankreich importiert worden. In Deutschland gibt es bislang keinen Fund, doch Kaiser's und Real stoppen vorsorglich einige Produkte.

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Der Verdacht auf Pferdefleisch in Fertigmahlzeiten weitet sich in Deutschland aus. Nach der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann hat der auch Konkurrent Real einzelne Fertigprodukte vorsorglich aus dem Verkauf genommen. Bei Real gehe es um die Artikel "Mini Cheeseburger" des Lieferanten "Agro on" und um die Lasagne der Eigenmarke "TiP", teilte ein Sprecher der Metro-Tochter Real mit. Diese Produkte würden derzeit analysiert. Bisher gebe es keine Bestätigung dafür, dass entgegen der Inhaltsangabe auch Pferdefleisch enthalten sei. Der vorläufige Verkaufsstopp sei in der vergangenen Woche erfolgt und gelte bis zur endgültigen Klärung.

Zuvor hatte bereits die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann einen Verkaufsstopp für die Tiefkühl-Lasagne ihrer Eigenmarke A&P bestätigt. Auch Kaiser's Tengelmann betonte, dass die A&P Lasagne aus vorsorgendem Verbraucherschutz am Mittwoch vergangener Woche aus dem Verkauf genommen worden sei. Das Unternehmen habe auf den Verdacht eines Lieferanten hin reagiert. Bis jetzt liege kein Nachweis vor, dass Pferdefleisch verarbeitet worden sein könnte, erklärte eine Firmensprecherin nun. Derzeit fänden dazu Analysen statt.

Verschlungene Wege

Der größte Lebensmittelhändler in Deutschland, Edeka, lässt wegen der Diskussion um Lebensmittel mit Pferdefleisch derzeit "alle relevanten Eigenmarkenprodukte prüfen". Bislang hätten sich keinerlei Hinweise auf den Einsatz von Pferdefleisch ergeben. Das gilt genauso für die Edeka-Discounttochter Netto Marken-Discount.

Lidl, Aldi Nord und Aldi Süd sehen sich von der Problematik nicht betroffen.

In Großbritannien war nicht deklariertes Pferdefleisch in Lebensmitteln gefunden worden. Der Skandal hatte vor rund einem Monat begonnen. Damals wurden Spuren von Pferdefleisch in Hamburgern gefunden, die in Großbritannien und Irland in Supermärkten verkauft wurden. Später zeigten Tests, dass Rindfleisch-Lasagne bis zu 100 Prozent Pferdefleisch enthielt. Erste Spuren führten zu französischen Produzenten, die Fleisch unter anderem aus Rumänien beziehen. Behörden mehrerer EU-Staaten wissen bisher noch nicht, seit wann und in welchem Umfang ein Betrug mit Pferdefleisch läuft.

Quelle: n-tv.de

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