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Dänemark ist vor allem wegen seiner vielen Strände beliebt.
Dänemark ist vor allem wegen seiner vielen Strände beliebt.(Foto: picture alliance / dpa)

Wütend auf die Dänen?: Deutsche sagen Urlaub ab

Der Tourismus boomt in Dänemark. Vor allem Norweger, Schweden und Deutsche reisen gern in das Land mit den langen Küsten. Doch in diesem Jahr gibt es Probleme. Viele Deutschen sagen plötzlich ihre geplanten Urlaube ab. Schuld ist ein Hundegesetz.

Aus Sorge um das Leben ihrer Hunde sagen deutsche Urlauber ihre Dänemark-Ferien nach Angaben eines führenden Ferienhaus-Vermieters ab. Der Chef der Verleihfirmen Novasol und Sansommer, Jan Haapanen, sagte: "Die Deutschen sind wütend auf uns".

Als Hintergrund für die Welle empörter Anrufe und Mails seiner wichtigsten Kundengruppe nannte der Däne jüngste Medienberichte über die von den Behörden verfügte Tötung eines Schäferhundes. Das Tier hatte einen anderen, kleinen Hund blutig gebissen, was nach den seit 2010 geltenden Bestimmungen zur Einschläferung führen muss.

Der Hund namens Thor lebt aber noch, weil ihn ein Polizist in der letzten Woche nach den Schlagzeilen aus einem Tierheim nördlich von Kopenhagen quasi entführt hat. Gegen den Beamten ist ein Disziplinarverfahren eingeleitet, das ihn den Job kosten kann.

Der dänische Botschaft hat seit Januar auf ihrer Internetseite in deutscher Sprache Informationen zum dänischen Hundegesetz veröffentlicht. In der Begründung hieß es, man habe "zahlreiche Briefe, E-Mails und Anrufe erhalten, die sich auf die Einschläferung von Hunden in Dänemark beziehen". Über das Schicksal des siebenjährigen Thor informiert auch in Deutsch eine Facebook-Gruppe "Fair Dog", die Proteste gegen die geplante Einschläferung verbreitet und eine Änderung der strengen dänischen Hundebestimmungen erreichen will.

Quelle: n-tv.de

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