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Neuer Verdachtsfall in Frankreich: Ebola-Patientin bekommt "ZMapp"

In Madrid kämpft eine Krankenschwester um ihr Leben. Die Spanierin ist der erste Mensch, der sich in Europa mit Ebola angesteckt hat. Nun gibt es neue Hoffnung für sie - während gleichzeitig in Frankreich die Alarmglocken schrillen.

Neue Hoffnung für die an Ebola erkrankte Spanierin: Bei der Behandlung der Pflegehelferin wurde in Madrid erstmals das Medikament "ZMapp" eingesetzt. Eine Lieferung des experimentellen Mittels, dessen Vorräte als weitgehend erschöpft galten, sei aus Belgien gekommen, berichtete der Fernsehsender RTVE. Wie die Zeitung "El País" berichtet, richtete die Regierung nun, fünf Tage nach der Ebola-Diagnose, einen Krisenstab unter Vorsitz von Gesundheitsministerin Soraya Saénz de Santamaría ein.

Der in Mazedonien verstorbene Brite litt nach einer ersten Einschätzung der Behörden wahrscheinlich nicht an der tödlichen Krankheit. Die Ergebnisse der Untersuchung von Blut- und Gewebeproben stehe allerdings noch aus. Tschechien gab für einen Ebola-Verdacht bei einem 56-jährigen Landsmann Entwarnung.

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Der Zustand der 44-jährigen Patientin in Madrid ist nach der gravierenden Verschlechterung vom Vortag stabil. Auf Wunsch der Patientin wollen die Ärzte der Madrider Carlos-III-Klinik allerdings offiziell keine Informationen geben. Die Pflegehelferin hatte sich Ende September bei der Behandlung eines aus Westafrika ausgeflogenen Ebola-Kranken mit dem gefährlichen Virus infiziert. Dies war die erste Ebola-Infektion von Mensch zu Mensch in Europa. Mit dem Antikörper-Cocktail "ZMapp" waren zuvor bereits zumindest zwei Amerikaner und ein Spanier behandelt worden. Der an Vorerkrankungen leidende Spanier - ein 75-jähriger Missionar, der sich in Liberia infiziert hatte - starb allerdings dennoch an den Folgen des Virus.

In der Carlos-III-Klinik wurden neben der Pflegehelferin auch der Ehemann und zwölf weitere Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt. Wie aus Krankenhauskreisen verlautete, standen unter anderem Ärzte, Pfleger sowie auch zwei Friseurinnen unter Beobachtung, die mit der Kranken in Kontakt gekommen waren, bevor die Frau am Sonntagabend in die Klinik eingewiesen worden war.

Ebola-Verdacht in Frankreich

In Frankreich wird nach einem Medienbericht ein "wahrscheinlicher" Ebola-Fall geprüft. Eine Frau sei in der Klinik Bichat in Paris unter Quarantäne gestellt worden, nachdem sie "mit dem Virus in Afrika infiziert" worden sein könnte, meldete der Sender "Europe 1". Das Gesundheitsministerium hob hervor, dass es noch keinen gesicherten Ebola-Fall in Frankreich gebe - mit Ausnahme einer aus Afrika eigens eingeflogenen Krankenschwester, die dann geheilt wurde. Gesundheitsministerin Marisol Touraine hatte Ende September mitgeteilt, dass es in Frankreich bisher 350 Verdachtsfälle von Ebola gab, von denen zehn als "möglich" eingestuft wurden. Tests danach hätten aber ergeben, dass es sich nicht um Ebola handelte.

Passagiere am Frankfurter Flughafen müssen sich wegen Ebola vorerst nicht auf stärkere Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gebe es keinen Handlungsbedarf, sagte Udo Götsch vom Frankfurter Gesundheitsamt. In Frankfurt kämen keine Direktflüge aus Ebola-Gebieten wie Liberia oder Sierra Leone an. Nach den USA hatten am Donnerstag die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick spezielle Kontrollen für Reisende aus Ländern mit Ebola angekündigt.

"Wir haben lediglich zwei Direktflüge aus Nigeria pro Tag", sagte ein Fraport-Sprecher. Dort gab es auch Ebola-Fälle, jedoch mit 11 Infizierten weit weniger als in den anderen westafrikanischen Staaten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass die Situation dort relativ im Griff ist. "Generell sind wir bestmöglich vorbereitet und im ständigen Kontakt mit den Behörden", sagte der Fraport-Sprecher.

Quelle: n-tv.de

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