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(Foto: dpa)

Der wohl teuerste Tornado der US-Geschichte: Experten befürchten Milliardenschäden

Der Sturm, der im Bundesstaat Oklahoma gewütet hat, hinterlässt eine mehr als drei Kilometer breite Schneise. Versicherer und Agenturen für Risiko-Abschätzungen sind sich angesichts dieser Zerstörung sicher: Der Tornado der höchsten Kategorie ist der teuerste in der Geschichte der USA.

Die Schäden des verheerenden Tornados, der die Kleinstadt Moore im US-Bundesstaat Oklahoma verwüstete, dürften in die Milliarden gehen. Die auf Risikoabschätzung spezialisierte Agentur AIR Worldwide schätzte die Kosten für den Wiederaufbau einer ersten Bestandsaufnahme zufolge auf sechs Milliarden Dollar.

Der Versicherungsbeauftragte von Oklahoma, John Doak, geht davon aus, dass die Schäden die des bisher heftigsten Wirbelsturms von Joplin im US-Bundesstaat Missouri von vor zwei Jahren übertreffen werden.

Der Tornado hat am Montagnachmittag mit Windgeschwindigkeiten von 320 Kilometern in der Stunde die Kleinstadt Moore im US-Bundesstaat Oklahoma verwüstet und mindestens 24 Menschen das Leben gekostet. Das Nationale Wetteramt stufte den Sturm auf die höchste Stärke EF5 hoch. Zuvor war er in der Fujita-Skala eine Stufe tiefer als EF4 klassifiziert worden. Der Tornado hinterließ eine rund drei Kilometer breite Schneise der Verwüstung in dem Vorort von Oklahoma City.

Mehr als 230 Verletzte

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Mehr als 230 Menschen seien in der Vorstadt Moore verletzt worden, berichtete der Lokalsender KFOR-TV unter Berufung auf Behörden. Knapp 150 mussten laut Medienberichten in einer Klinik behandelt werden. Hunderte verloren ihr Zuhause.

US-Präsident Barack Obama rief den Notstand aus und sagte den Bewohnern des Katastrophengebietes jede erdenkliche Hilfe zu. Zudem beorderte er den Chef der nationalen Katastrophenschutzbehörde nach Moore, um die Rettungs- und Hilfsmaßnahmen zu koordinieren.

In den USA ist derzeit Tornado-Saison. Hunderte Wirbelstürme hinterlassen jährlich in der sogenannten Tornado Alley, die ein Gebiet von Texas im Süden über Oklahoma bis nach South Dakota im Norden umfasst, eine Spur der Zerstörung.

Nur 16 Minuten Zeit

Die Meteorologen hatten am Montag um 14.45 Uhr (21.45 Uhr MESZ) die Tornado-Warnung für Moore ausgegeben, 16 Minuten, bevor der Wirbelsturm auf den Ort traf. Diese Vorwarnzeit sei doppelt so lang gewesen wie bei einer durchschnittlichen Unwetterwarnung, sagte Keli Pirtle von der örtlichen Unwetterzentrale. Dennoch kam sie für viele zu spät: Zwei Grundschulen, das Krankenhaus und zahllose Wohnhäuser wurden durch den Wirbelsturm dem Erdboden gleichgemacht.

Der Rüssel des Sturms berührte den Boden nur eine Viertelstunde, nachdem die Warnungen ertönt waren, sagte eine Sprecherin des Nationalen Wetterdienstes von Norman der "New York Times". Dann habe er mehr als 30 Kilometer zurückgelegt und die Städte Newcastle und Moore getroffen. Fernsehbilder zeigten die enorme Größe der dunklen Säule, die ganze Häuser zerlegte, Autos davonriss und nichts als Trümmer hinterließ.

Autos wurden nach Augenzeugenberichten "wie Spielzeug durch die Luft gewirbelt, Strommasten und Straßenschilder knickten wie Streichhölzer um". Die Strom- und Wasserversorgung war unterbrochen. "Die ganze Stadt gleicht einem Trümmerfeld", sagte Bürgermeister Glenn Lewis dem Sender NBC.

Opferangaben werden korrigiert

Über die Zahl der Opfer herrschte rund 18 Stunden nach der Katastrophe noch Unklarheit. Während die Gerichtsmedizin in Oklahoma City zunächst erklärt hatte, es seien 51 Tote registriert und weitere 40 von den Bergungsmannschaften angekündigt worden, korrigierte sie die Zahl der Todesopfer am Dienstag auf 24. "Es herrschte viel Chaos", sagte eine Behördenvertreterin zur Begründung. Einige Leichen seien möglicherweise doppelt gezählt worden.

Besonders schlimm getroffen wurde die "Plaza Towers"-Grundschule. Rettungsmannschaften suchten die ganze Nacht bei Flutlicht unter den Trümmern nach Überlebenden. Es war ein Wettlauf mit der Zeit, da weitere Wirbelstürme für die Region vorhergesagt waren, die die Rettungsarbeiten erheblich behindern würden. Für die Rettungsarbeiten wurden auch die Nationalgarde und der Katastrophenschutz des Bundes eingesetzt. Diese würden so lange vor Ort bleiben, wie dies nötig sei, sagte Obama in einer Erklärung. Der US-Präsident sprach von "einem der zerstörerischsten Tornados in der Geschichte" der USA. Mittlerweile gehen die Behörden nicht mehr davon aus, noch weitere Leichen zu finden.

Schon 1999 wurden tausende Häuser zerstört

Die 50.000-Einwohner-Stadt Moore war schon 1999 von einem verheerenden Tornado getroffen worden. Damals starben mehr als 40 Menschen, Tausende Häuser wurden zerstört. Die Schäden beliefen sich auf über eine Milliarde Dollar. Auch der Tornado von 1999 wurde als ein Sturm der Stärke EF5 eingestuft. Bei dem bislang schlimmsten Tornado in der Geschichte der USA waren vor zwei Jahren 161 Menschen in Joplin im Bundesstaat Missouri, umgekommen. Die Schäden lagen damals bei mehr als zwei Milliarden Dollar.

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Quelle: n-tv.de

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