Panorama
Zahlreiche Hütten sind niedergebrannt.
Zahlreiche Hütten sind niedergebrannt.(Foto: dpa)
Montag, 12. September 2011

Schweres Pipeline-Unglück in Nairobi: Explosion tötet 120 Menschen

Bei einem Unfall in einem Slum von Nairobi kommen mindestens 120 Menschen ums Leben. Als Bewohner eines Armenviertels versuchen, Kraftstoff aus einer Pipeline abzuzapfen, explodiert die Leitung und fängt Feuer.

Flammeninferno im Armenviertel: Bei einem Brand an einer Pipeline in einem Slum der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind mindestens 120 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben von Zeugen soll ein Leck in einer Pipeline, die durch ein Armenviertel führt, zu einer Explosion geführt haben. Anschließend habe sich das Feuer rasend schnell ausgebreitet. Die Menschen hätten keine Chance gehabt zu fliehen. Kenianische Medien berichteten, viele Opfer seien in dem Feuer bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Dutzende Menschen wurden bei der Explosion verletzt. Die meisten von ihnen haben schwere Brandverletzungen.
Dutzende Menschen wurden bei der Explosion verletzt. Die meisten von ihnen haben schwere Brandverletzungen.(Foto: AP)

"Es gab einen lauten Knall, eine schwere Explosion, und Rauch und Feuer stiegen in den Himmel", zitierte der Radiosender Capital FM den Anwohner Joseph Mwego. Der Brand sei um 8.30 Uhr Ortszeit ausgebrochen.

Sirenen herbeieilender Krankenwagen heulten auf, während schreiende Kinder verzweifelt umherliefen, um ihre Eltern zu finden, hieß es. Mehr als 160 Verletzte wurden in das Kenyatta National Hospital gebracht. Das Krankenhaus rief dringend zu Blutspenden auf, um den unter schweren Verbrennungen leidenden Menschen helfen zu können.

Nach einem Bericht der Zeitung "The Standard" war Kraftstoff aus der Pipeline in einen Abflusskanal in dem Slum gelaufen. Anwohner hätten versucht, etwas davon abzuschöpfen, als es zur Explosion gekommen sei. Ein Reporter des britischen Senders BBC erklärte, wahrscheinlich habe jemand ein Streichholz angezündet und so den Brand ausgelöst. Auch von einer Zigarettenkippe war die Rede. Das Unglück ereignete sich im Industriegebiet Lunga Lunga, das in dem dicht besiedelten Sinai-Slum liegt.

Verkohlte Hütten

Ministerpräsident Raila Odinga zeigte sich tief bewegt und sagte bei einem Besuch an der Unglücksstelle, es seien Ermittlungen eingeleitet worden. Das Fernsehen zeigte Bilder von dichtem Rauch und von verkohlten Hütten. Viele Menschen waren in ihren Unterkünften aus Holz und Pappe von den Flammen überrascht worden. Andere starben bei dem Versuch, ihre brennenden Kleider und Haare in einem naheliegenden Fluss zu löschen.

Die Region wurde weiträumig abgesperrt. Umliegende Gebäude wurden evakuiert. Der Slum mit mehreren hunderttausend Einwohnern verläuft zu beiden Seiten einer Pipeline der staatlichen Kenya Pipeline Company. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit mehrfach versucht, das Armenviertel räumen zu lassen.

Pipeline-Lecks und Unglücke von Tanklastwagen locken in Afrika oft viele arme Menschen an, die die Gelegenheit nutzen wollen, um kostenlos an Kraftstoff oder Öl zu kommen. Vor zwei Jahren waren 122 Menschen ums Leben gekommen, als nordwestlich von Nairobi ein Tanklaster explodierte. Anwohner waren zuvor mit Benzinkanistern zu dem Lkw geeilt.

Quelle: n-tv.de

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