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Die Auswahl ist groß auf dem Fahrradparkplatz am Hauptbahnhof in Münster.
Die Auswahl ist groß auf dem Fahrradparkplatz am Hauptbahnhof in Münster.(Foto: picture-alliance/ dpa)
Mittwoch, 22. September 2010

Und weg isses …: Fahrradklau geht um

Frühjahr bis Herbst haben sie Hochkonjunktur – die Fahrraddiebe. Aufgeklärt wird in Deutschland nur jeder zehnte Diebstahl, weil viele Drahtesel nicht registriert sind. Als bundesweite Hochburgen gelten Münster und Bremen.

Nur jeder zehnte Fahrraddiebstahl in Deutschland wird aufgeklärt. Zwar wurden im vergangenen Jahr bundesweit weniger Drahtesel bei der Polizei gestohlen gemeldet. Nur in 10,3 Prozent der Fälle (2008: 10,5) konnten die Beamten allerdings herausfinden, wer sich das Fahrrad unter den Nagel gerissen hat.

Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr laut Statistik des Bundeskriminalamts 345.346 gestohlene Räder, das sind 3,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Für die aufgeklärten Fälle gilt: Jedes dritte Fahrrad (31,4 Prozent) wurde von einem Jugendlichen gestohlen, in jedem zehnten Fall war der ermittelte Dieb sogar jünger als 14 Jahre.

Viele Fahrräder - viele Diebe

Dieses gut gesicherte Fahrrad in Frankfurt/Main steht offenbar schon sehr lange still - und trägt inzwischen ein wenig zu Stadtbegrünung bei.
Dieses gut gesicherte Fahrrad in Frankfurt/Main steht offenbar schon sehr lange still - und trägt inzwischen ein wenig zu Stadtbegrünung bei.(Foto: dpa)

Wenig überraschend: Mit weitem Abstand am häufigsten werden Fahrräder in der westfälischen Universitätsstadt Münster gestohlen. Dort schlugen im vergangenen Jahr 1971 geklaute Zweiräder auf 100.000 Einwohner zu Buche. Münster gilt als Fahrradmetropole.

Auch Bremen ist eine Hochburg der Fahrraddiebe, wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den Wiesbadener BKA-Jahresbericht 2009 berichtete. Dort kamen 1274 geklaute Zweiräder auf 100.000 Einwohner, das ist dreimal so viel wie im Bundesdurchschnitt. Im Saarland standen nur 158 von je 100.000 Einwohnern plötzlich ohne ihren Drahtesel da.

Die Dunkelziffer bei den Fahrraddiebstählen ist nach Einschätzung der Polizei enorm hoch. "Viele Fahrräder sind gar nicht registriert, dadurch wird die Aufklärung schwer", sagte ein Sprecher der Polizei in Darmstadt. Außerdem werde ein Diebstahl oft gar nicht erst angezeigt. "Es ist nicht zuletzt auch eine Frage des Aufwandes", sagte er. "Ein Fahrradbesitzer muss entscheiden, ob es ihm wert ist, zur Polizei zu gehen."

Quelle: n-tv.de

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