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160 Einsatzkräfte sind bei einem Brand in einer Stuttgarter Tiefgarage vor Ort.
160 Einsatzkräfte sind bei einem Brand in einer Stuttgarter Tiefgarage vor Ort.(Foto: dpa)

Brände und Unfälle zu Silvester: Feuerwerk tötet zwei Menschen

Es gibt Schwerverletzte, Brände und auch Tote: Das ist die traurige Bilanz der Neujahrsnacht. Mal ist die Pyrotechnik gar nicht zugelassen, mal fliegt die Rakete durchs offene Fenster. In Berlin kommt es auch noch zu einer Schießerei.

Böller und Silvesterknaller haben in der Neujahrsnacht in Deutschland mindestens zwei Menschen das Leben gekostet und mehrere verletzt. Ein 18-Jähriger starb in Alveslohe in Schleswig-Holstein an einer schweren Kopfverletzung nach der Explosion eines Feuerwerkskörpers. Im mittelsächsischen Striegistal wurde ein 19-Jähriger beim Böllern tödlich verletzt. Er starb kurz nach Mitternacht noch vor Ort an seinen schweren Verletzungen. Ein 18-Jähriger kam zudem mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Die gezündete Pyrotechnik sei vermutlich nicht zugelassen gewesen.

Durch das Projektil einer Schreckschusswaffe wurde ein neunjähriger Junge im hessischen Alsfeld leicht am Hals verletzt. Ein Mann habe mit der Pistole eine Leuchtrakete abfeuern wollen, sagte ein Polizeisprecher. Gegen ihn wird nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.

Einer von vielen Feuerwehr-Einsätzen in der Silvesternacht: In Hamburg brennt  in einem Hafen an der Dove-Elbe eine Jacht.
Einer von vielen Feuerwehr-Einsätzen in der Silvesternacht: In Hamburg brennt in einem Hafen an der Dove-Elbe eine Jacht.(Foto: picture alliance / dpa)

In Sachsen-Anhalt wurde ein 23-Jähriger bei der Explosion einer Feuerwerksbatterie schwer an den Händen verletzt. Der Mann verlor bei der Explosion in Gardelegen vier Finger. Vor einer Bar im Berliner Stadtteil Wedding gab es eine Schießerei: Zwei Männer wurden schwer verletzt. Ein Opfer wurde lebensgefährlich im Bauch getroffen und notoperiert. Der andere Mann erlitt eine Schussverletzung im Bein. Die Hintergründe seien noch völlig unklar.

Rakete fliegt durchs offene Fenster

Eine Feuerwerksrakete verursachte in Pforzheim einen Brand mit einem Schaden von mindestens 100.000 Euro. Die Rakete flog durch ein geöffnetes Fenster in eine Wohnung, die jetzt unbewohnbar ist. Bei einem Wohnhausbrand in der Gemeinde Niedere Börde in Sachsen-Anhalt entstand ebenfalls ein Sachschaden von rund 100.000 Euro. Das Feuer wurde vermutlich durch Feuerwerk ausgelöst. Die Flammen seien an einem Carport ausgebrochen. Ein Bewohner erlitt einen Schock.

Bei Silvesterfeiern in Thüringen wurden mindestens sieben Menschen verletzt. In Altenburg erlitt ein 45-Jähriger nach Angaben der Polizei schwere Verletzungen, als ein Böller in seiner Hand explodierte. Er wurde noch in der Nacht zu Donnerstag operiert. In Erfurt wurde ein neunjähriges Kind verletzt, weil ihm jemand einen bereits gezündeten Böller in die Hand drückte. Einen Schaden von rund 500.000 Euro verursachte ein Brand in einer Gärtnerei in Wiesmoor (Niedersachsen) am frühen Neujahrsmorgen. Hier vermutet die Polizei Feuerwerkskörper als Brandauslöser. Ebenfalls Feuerwerk verursachte einen Dachstuhlbrand in Kassel in einem Dreifamilienhaus - geschätzter Schaden: 200.000 Euro.

Cuxhavener Kurparkhalle zerstört

Ob ein Knaller das Feuer verursachte, das in der Silvesternacht die Cuxhavener Kurparkhalle zerstörte, ist noch unklar. "Die Ursache ist noch unbekannt", sagte ein Polizeisprecher. Ermittler sollten im Laufe des Tages in den Trümmern nach Spuren suchen. Der Schaden wird auf mindestens 750.000 Euro geschätzt.

Das Feuer war kurz vor Mitternacht auf dem Reetdach der Außenbühne ausgebrochen. Schnell griffen die Flammen auf das Dach der Kurparkhalle über und zerstörten dieses komplett. 140 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen. Dadurch konnten sie verhindern, dass diese auf eine weitere Veranstaltungshalle übergriffen. Am Morgen hatte die Feuerwehr den Brand schließlich vollständig gelöscht.

40 Verletzte bei Feuer in Tiefgarage

Auch bei einem Feuer in einer Tiefgarage in Stuttgart steht noch nicht fest, ob es durch Feuerwerkskörper ausgelöst wurde. Etwa 40 Menschen sind dabei am Neujahrsmorgen verletzt worden, 9 von ihnen schwer. Nach ersten Ermittlungen waren zwei Motorräder in Flammen aufgegangen und hatten Autos in Brand gesetzt.

Dichter Qualm stieg durch geöffnete Türen und verteilte sich über Treppenhäuser. Feuerwehrleute retteten 92 Bewohner aus der Wohnanlage über der Parkgarage. Neun von ihnen wurden mit schweren Rauchvergiftungen in Kliniken gebracht. Die übrigen Menschen kamen vorrübergehend in einer Turnhalle unter, 30 Leute wurden am Ort behandelt. 160 Einsatzkräfte kämpften bis in die frühen Morgenstunden gegen die Flammen. Für die Garage und ein darüberliegendes Wohnhaus besteht Einsturzgefahr.

Quelle: n-tv.de

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