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Diese Flüchtlinge erreichen nach der Überfahrt Malaysia. Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt.
Diese Flüchtlinge erreichen nach der Überfahrt Malaysia. Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt.(Foto: picture alliance / dpa)

In der Not Menschen gegessen: Flüchtlinge berichten Grausames

Im Westen Birmas brodelt seit Monaten ein Konflikt zwischen Buddhisten und Muslimen, in dessen Folge bereits 100.000 Rohingyas vertrieben und Dutzende getötet werden. Viele von ihnen fliehen in kleinen Booten Richtung Australien. Nicht alle erreichen ihr Ziel.

Die aus ihrer Heimat Vertriebenen fliehen, um ihr Leben zu retten.
Die aus ihrer Heimat Vertriebenen fliehen, um ihr Leben zu retten.(Foto: picture alliance / dpa)

Immer Menschen kehren ihrem Heimatland Birma den Rücken und fliehen oftmals in kleinen Holzbooten über das Meer. Ihr Ziel ist Australien oder Malaysia. Die meisten von ihnen gehören der muslimischen Minderheit des Landes an, die in den vergangenen Monaten einer Welle der Gewalt ausgesetzt waren. Jetzt werden grausige Details ihrer Not bekannt.

Die Rohingya leben vor allem im Grenzgebiet zu Bangladesch. Einige von ihnen sollen als Bootsflüchtlinge auf hoher See das Fleisch ihrer toten Mitreisenden gegessen haben. "Sie waren zwei Monate auf dem Meer und hatten ihr Essen und Wasser schon nach fünf Wochen aufgebraucht", sagte ein sri-lankischer Mönch, der für die Flüchtlinge übersetzte.

Die Marine des Inselstaates Sri Lanka hatte am Sonntag 32 Männer aus Birma aus ihrem sinkenden Holzboot gerettet. Die Männer erzählten, sie hätten die Leichen von 98 anderen Flüchtlingen über Bord geworfen, die an Hunger oder durch Krankheiten gestorben seien. Einige hätten sich allerdings auch vom Fleisch der Toten ernährt, übersetzte der Mönch.

Erst im November war ein überfülltes Motorboot mit 125 Flüchtlingen gesunken. Jährlich kommen Tausende Flüchtlinge per Boot in Australien an. Im  vergangenen Jahr waren es 17.000, ein neuer Rekord. Die Überfahrt  auf oftmals überfüllten und defekten Booten wird in der Regel von  Menschenschmugglern organisiert. Die australische Regierung spricht von einem "transnationalen Verbrechen" und will die Hoheitsgewässer des Landes schärfer überwachen lassen.

Quelle: n-tv.de

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