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Ein Ebola-Impfstoff-Kandidat.
Ein Ebola-Impfstoff-Kandidat.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

20 Menschen, 48 Wochen: Forscher testen Ebola-Impfstoff

Wegen der anhaltenden Ebola-Epidemie beginnen Forscher in den USA einen möglichen Impfstoff erstmals am Menschen zu testen - und zwar wesentlich früher als ursprünglich geplant.

Ein neuer Ebola-Impfstoff soll schon in den nächsten Tagen in den USA erstmals an Menschen getestet werden. Das Mittel sei vom US-Institut für Allergien und ansteckende Krankheiten (NIAID) und dem Pharmahersteller GlaxoSmithKline gemeinsam entwickelt worden, teilte die US-Gesundheitsbehörde NIH (National Institutes of Health) mit. Die Versuche seien so gestaltet, dass sich die Teilnehmer nicht mit der lebensgefährlichen Erkrankung anstecken könnten. Zu Beginn solcher Tests geht es etwa um die Verträglichkeit eines Mittels.

Die Versuche waren für später geplant. Aufgrund der sich rapide ausbreitenden Ebola-Epidemie mit schon mehr als 1500 Toten in Westafrika wurden sie jedoch vorgezogen. "Es gibt einen dringenden Bedarf für einen schützenden Ebola-Impfstoff und es ist wichtig, sicherzustellen, dass eine Impfung sicher ist", sagte NIAID-Direktor Anthony Fauci.

48 Wochen Testzeit

Getestet werden soll in der Nähe der US-Hauptstadt Washington an 20 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 50 Jahren. So wollen die Forscher herausfinden, ob die Impfung, die an Affen bereits erfolgreich ausprobiert wurde, sicher ist und welche Reaktion des Immunsystems sie hervorruft. Während der 48 Wochen dauernden Testzeit werden die Teilnehmer regelmäßig ärztlich untersucht. Bei dem Impfstoff wird ein verändertes Adenovirus als Plattform benutzt. Auch in anderen Ländern soll das Präparat demnächst getestet werden. "Der Beginn von Phase-1-Impfstoffstudien gegen Ebola ist der erste Schritt in einem langen Prozess", betonte Fauci. Erste Ergebnisse werden frühestens Ende 2014 erwartet.

Gegen Ebola gibt es zurzeit weder einen vorbeugenden Impfstoff noch ein zugelassenes Medikament zur Behandlung der Krankheit. Mehreren Patienten ist das experimentelle Mittel "ZMapp" verabreicht worden; einige wurden geheilt. Allerdings überlebt zurzeit auch ohne dieses Medikament jeder zweite Patient eine solche Infektion. "ZMapp" besteht aus drei Antikörpern, die an Ebola-Proteine binden. Sie sollen es dem Immunsystem ermöglichen, infizierte Zellen zu eliminieren. Von dem Wirkstoff, der aus einer Tabakpflanze gewonnen wird, gab es nur wenige Dosen. Diese sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation vergeben. Die Herstellung dauert Monate. Der Erreger tauchte zuerst - vermutlich Ende vorigen Jahres - in Guinea auf, breitete sich nach Liberia aus, dann nach Sierra Leone und im Juli nach Nigeria. Am Freitag meldete Senegal den ersten Fall.

Verdächtige in Nigeria verhaftet

Unterdessen geht Nigeria im Kampf gegen die Epidemie einen anderen Weg. Dort hat die Polizei 39 Bürger aus Sierra Leone und der Demokratischen Republik Kongo festgenommen. Zur Begründung hieß es, die Menschen kämen aus Ländern, in denen das gefährliche Virus aufgetreten sei, berichtete die Zeitung "Vanguard".

Polizisten und Beamte der Einwanderungsbehörde hätten bei einer Razzia zwei Hotels in der Wirtschaftsmetropole Lagos durchsucht und dort vier Bürger aus Sierra Leone und 35 aus der Demokratischen Republik Kongo gefasst. Anschließend seien sie unter Beobachtung gestellt worden. Der Polizeieinsatz sei nach dem Anruf eines Anwohners ausgelöst worden.

Quelle: n-tv.de

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