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Quer vor der Brücke: Wie ein Riegel hat sich die "Albis" vor die steinernen Pfeiler gelegt.
Quer vor der Brücke: Wie ein Riegel hat sich die "Albis" vor die steinernen Pfeiler gelegt.(Foto: imago/CTK Photo)

Schiffsunfall in Dresden: Frachter blockiert weiterhin die Elbe

Ungewöhnlicher Anblick in Dresden: Am Rande der Altstadt versperrt ein Frachtschiff aus Tschechien seit Tagen der Schifffahrt den Weg. Die Behörden stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Noch immer ist unklar, wie der rund 80 Meter lange Kahn befreit werden kann.

Nach der Havarie eines tschechischen Lastschiffs auf der Elbe bei Dresden bleibt offen, wie lange die internationale Wasserstraße weiter gesperrt bleiben muss. "Das hängt von der Dauer der Entladung und der Vorbereitung des Freischleppens ab", sagte Klaus Kautz, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Dresden

Der querliegender Frachter blockiert seit Montagabend die Elbe. Der Fluss ist seitdem für den Schiffsverkehr gesperrt. Die mit rund 800 Tonnen Salz beladene "Albis" liegt vor den Bögen der Albertbrücke und macht Berg- und Talfahrt unmöglich. Die Albertbrücke ist eine von fünf Elbquerungen im Dresdner Innenstadtbereich.

Bisherige Versuche, den Frachter zu befreien, scheiterten.
Bisherige Versuche, den Frachter zu befreien, scheiterten.(Foto: imago/CTK Photo)

Alle Versuche, die "Albis" in Schlepp zu nehmen und von den Brückenpfeilern zu ziehen, scheiterten bisher, wie Karsten Wild vom WSA erklärte. Der Frachter war bei der Brückendurchfahrt von starker Strömung gegen einen Pfeiler gedrückt worden. Derzeit liegt das Schiff noch gut zwei Meter tief im Wasser. In entladenem Zustand dürfte die Strömung an der Bordwand weniger Angriffsfläche finden. Die Bergungshelfer setzen darauf, dass sich das Schiff dann womöglich leichter zurück in die ursprüngliche Fahrtrichtung bringen lässt.

Das Schiff soll laut Kautz mit Saugbaggern "geleichtert", um den Wasserdruck zu verringern und Auftrieb zu schaffen. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit im Elbtal verstopfte am Vorabend das Rohr eines ersten Saugbaggers. "Das Salz verklumpte in der Leitung." Seit dem Morgen ist ein weiteres und leistungsfähigeres Gerät im Einsatz.

Tiefschlag für den Tourismus

Die Havarie der "Albis" legt auf der Elbe in Dresden nicht nur die Frachtschifffahrt lahm. Auch die touristische Dampfschifffahrt hat Zwangspause: Raddampfer und Salonschiffe müssen vorerst am Kai bleiben. Die Elbe musste zunächst zwischen der "Saloppe" im Osten und dem Neustädter Hafen im Westen der Dresdner Innenstadt gesperrt werden, wie es in einem Bericht der "Dresdner Neuesten Nachrichten" heißt. Damit sind auch Ausflugsfahrten von der Dresdner Innenstadt ins weltberühmte Elbsandsteingebirge vorerst blockiert - zumindest auf dem Wasserweg. Nur die Fähre der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) zwischen der Johannstadt und der Neustadt darf derzeit fahren.

Nach WSA-Angaben war die "Albis" stromaufwärts Richtung Tschechien unterwegs, als das Schiff aus bislang unbekannter Ursache in Schwierigkeiten geriet. Starke Strömung habe die Brückendurchfahrt verhindert, hieß es aus dem WSA. Warum das Schiff seitlich gegen einen der Pfeiler geriet, ist nach noch unklar. Fest steht bislang nur, dass der Kapitän nicht verhindern konnte, dass sich ein rund 80 Meter langer Kahn quer legte. Weil die Strömung der Elbe von der Seite auf die Bordwand drückt, bestand zunächst keine Chance, das Schiff aus eigener Kraft aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Gegen den Druck der Elbe

Nach Angaben der Wasserschutzpolizei stützt zeitweise ein Schlepper der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung den Bug der "Albis". Videoaufnahmen von der Unfallstelle veröffentlichte die Dresdner Polizei bei Youtube. Erste Schleppversuche schlugen fehl. Laut "Dresdner Neuen Nachrichten" setzten Helfer unter anderem den Heckradschlepper "Beskidy", das Schubschiff "Rio 2" aus Riesa sowie das tschechische Schiff "Vera" ein. Auch mit vereinten Kräften gelang es den Bergungshelfern nicht, den havarierten Frachter gegen die Strömung freizubekommen.

Gefahr für die Umwelt besteht nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht. Zwar wird die "Albis" mit der Bordwand gegen zwei steinerne Pfeiler der Albertbrücke gepresst. Rumpf, Laderaum und Treibstofftanks des Frachters scheinen die Kollision jedoch gut überstanden zu haben. Auch die Dauerbelastung des quer zur Strömung liegenden Schiffes scheint der Rumpfkonstruktion bislang nichts anhaben zu können. Die Wasserschutzpolizei ermittelt und geht davon aus, dass ein technischer Defekt Schuld daran war, dass dem Schiff die Durchfahrt nicht gelang.

Quelle: n-tv.de

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