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Am Tatort in Freiburg erinnern nach wie vor Blumen und Grablichter an die ermordete Studentin.
Am Tatort in Freiburg erinnern nach wie vor Blumen und Grablichter an die ermordete Studentin.(Foto: dpa)
Mittwoch, 14. Dezember 2016

Griechenland übermittelt Passdaten: Freiburger Verdächtiger soll 20 Jahre alt sein

Der mutmaßliche Mörder der Freiburger Studentin Maria L. ist nach eigenen Angaben 17 Jahre alt. Der Prozess würde damit nach dem Jugendstrafrecht verhandelt. Doch der Pass, den er bei seiner Einreise nach Griechenland vorgelegt hat, widerspricht dem.

Fingerabdrücke belegen einem Bericht zufolge, dass der Verdächtige im Freiburger Mordfall ein Gewaltverbrechen an einer jungen Frau in Griechenland begangen hat. Das habe ein Vergleich der Fingerabdrücke von beiden Fällen durch die griechische Polizei ergeben, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Zudem ist der Verdächtige dem Blatt zufolge älter als 17 Jahre. Das ergebe sich aus seinem in Griechenland vorgelegten Pass. Den Daten der griechischen Behörden nach wurde er am 1. Januar 1996 geboren. Demnach wäre er 20 Jahre alt. Bei seiner Einreise nach Deutschland hatte er sich vergangenes Jahr als 16-Jähriger vorgestellt. Die Altersfrage ist entscheidend dafür, ob der Fall nach dem Jugendstrafrecht verhandelt wird.

Eine griechische Anwältin hatte den Afghanen bereits zuvor erkannt. Sie erklärte, bei dem Verdächtigen handele es sich um denselben Mann, den sie 2013 nach einer Gewalttat an einer Frau auf der Insel Korfu verteidigt habe. Er sei damals zu zehn Jahren Haft verurteilt und nach etwa eineinhalb Jahren unter Auflagen freigelassen worden.

Ohne Pass nach Deutschland

Der Verdächtige war nach Angaben deutscher Behörden im November 2015 ohne Pass von Griechenland über Österreich nach Deutschland eingereist. Man müsse auf die Angaben des Verdächtigen vertrauen, wenn keine Personaldokumente mitgeführt werden, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Der junge Mann sei "vollständig erkennungsdienstlich behandelt" worden, beim Prüfvorgang habe es keinen Treffer gegeben – weder bei Interpol noch im Schengener Informationssystem.

Dem jungen Mann wird vorgeworfen, Mitte Oktober eine 19 Jahre alte Studentin in Freiburg vergewaltigt und ermordet zu haben. Aus seiner Untersuchungshaft in der JVA Freiburg wurde einem Bericht der "Bild" zufolge inzwischen in ein naheliegendes Gefängniskrankenhaus verlegt. Vorher soll er mehrfach angedeutet haben, sich etwas antun zu wollen.

Quelle: n-tv.de

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