Panorama
Dienstag, 24. März 2009

Zehn Jahre nach Tunnelunglück: Gedenken am Mont Blanc

Zehn Jahre nach dem verheerenden Brand im Mont-Blanc-Tunnel haben die Angehörigen der 39 Todesopfer mit einer bewegenden Zeremonie der Katastrophe gedacht. Vor dem Tunneleingang bei Chamonix auf der französischen Seite ließen sie 39 weiße Tauben in den Himmel steigen. Mit weißen Schals und weißen Rosen in der Hand versammelten sich die rund 180 Angehörigen danach in der nahegelegenen Gedenkstätte. Um 10.52 Uhr erinnerte das Heulen einer Sirene an den Zeitpunkt des Unglücks.

Im Mont-Blanc-Tunnel war am 24. März 1999 ein mit Mehl und Margarine beladener Lastwagen in Flammen aufgegangen. Insgesamt 35 Autos wurden durch das Feuer in der 11,6 Kilometer langen Tunnelröhre zwischen Frankreich und Italien zerstört. Die Feuerwehr konnte den Brand erst nach drei Tagen löschen. Die 39 Opfer erstickten zumeist direkt zu Beginn des Unglücks, weil geschützte Fluchtwege fehlten. Nach dem Brand war der Tunnel drei Jahre lang geschlossen. Heute verfügt er über eine getrennten Fluchtröhre und 37 feuer- und rauchgesicherte Schutzräume.

Tunnelsicherheit verbessern

"Wir wollen, dass dieser Tag nicht nur ein großer Tag der Erinnerung an die 39 Toten ist, sondern auch ein großer Tag, um über Versöhnung zu Frieden und Ruhe zurückzufinden", sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Mont-Blanc-Opfer, Andr Denis. Ziel der Angehörigen sei es auch, die Tunnelsicherheit zu verbessern, "damit all diese Menschen nicht umsonst gestorben sind." Denis, der bei dem Unglück seine Frau, seine Tochter und seinen Schwiegersohn verloren hatte, forderte die Behörden auf, mehr für die Sicherheit von Tunneln zu tun. Ihm zufolge wären 42 französische Tunnel bei ähnlichen Unglücken weiter "regelrechte Todesfallen".

2006 waren die Familien mit insgesamt 27 Millionen Euro für den Tod ihrer Angehörigen entschädigt worden. Bei der Aufarbeitung der Mont-Blanc-Tragödie sind seit 2005 13 Verantwortliche verurteilt worden. Die schwerste Haftstrafe wurde gegen den französischen Sicherheitsbeauftragten des Tunnels, Grard Roncoli, verhängt: sechs Monate Gefängnis und weitere 24 Monate auf Bewährung. Er nahm nun am Dienstag an der Gedenkveranstaltung für die Opfer teil.

Quelle: n-tv.de

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