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Kidnapper festgenommen: Geiselnahme in Zypern beendet

Nach der Entführung einer ägyptischen Passagiermaschine nach Zypern sind alle Passagiere und Besatzungsmitglieder frei. Der Kidnapper wird festgenommen. Der ägyptische Professor hat für seine Tat offenbar nur ein sehr privates Motiv.

Die Flugzeugentführung auf Zypern ist unblutig zu Ende gegangen. Wie das zyprische Staatsfernsehen berichtete, wurde der Entführer festgenommen. Zuvor verließen die letzten sieben Geiseln die Maschine der Egyptair auf dem Flughafen von Larnaka. Mindestens ein Mensch war aus dem Cockpit geklettert.

Einen terroristischen Hintergrund für die Tat schlossen die Behörden schon früh aus. Zur Stunde ist noch unklar, ob der Kidnapper tatsächlich bewaffnet war. Die Behörden agierten aber so, als wäre dies der Fall. "Das hat nichts mit Terrorismus zu tun", sagte der zyprische Präsident Nicos Anastasiades vor Reportern. Nach Angaben des zyprischen Außenamts, "scheint der Entführer labil" gewesen zu sein.  

Bei dem Entführer soll es sich nach Angaben der staatlichen ägyptischen Nachrichtenagentur um einen Ägypter handeln, einen Professor für Geschichte an der Universität Alexandria. Er habe persönliche Motive für seine Tat. Die Ex-Ehefrau des Mannes lebe in Zypern. Er soll einen Brief an seine ehemalige Frau aus dem Flugzeug geworfen haben. Zudem soll der Mann politisches Asyl auf Zypern beantragt und die Freilassung von Gefangenen in Ägypten verlangt haben.

An Bord des Airbus A320-232 mit der Flugnummer MS181 waren nach Behördenangaben insgesamt 81 Passagiere. Die Maschine war auf dem Weg von Alexandria nach Kairo und landete nach der Entführung auf dem Flughafen der zyprischen Stadt Larnaka.

Nach noch unbestätigten Berichten soll die Maschine den Airport mit nahezu leeren Tanks erreicht haben. Der Flughafen Larnaka wurde geschlossen, alle Flüge nach Zypern zum Flughafen von Paphos im Westen der Insel umgeleitet, hieß es.

Das Flugzeug war umgehend zu einem gesonderten Stellplatz geleitet worden. Am Flughafen wurde ein Krisenstab eingerichtet. Zyperns Präsident Nicos Anastasiades telefonierte mit seinem ägyptischen Kollegen Abdel Fattah al-Sisi.

Diskussion um Sicherheit in Ägypten

Israel ließ wegen des entführten Flugzeugs Luftwaffenjets aufsteigen. Damit sollte sichergestellt werden, dass die entführte ägyptische Passagiermaschine nicht in den israelischen Luftraum eindringt, wie die israelische Nachrichtenseite "Haaretz" berichtete. Die Militärflugzeuge seien mittlerweile wieder gelandet. Die Armee wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Die Sicherheit an ägyptischen Flughäfen war im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, nachdem ein vom Badeort Scharm el Scheich gestarteter russischer Urlaubsflieger Ende Oktober nach einer Bombenexplosion über der Sinai-Halbinsel abgestürzt war. Alle 224 Insassen starben. Auch Staatspräsident Al-Sisi hatte nach langem zögern indirekt zugegeben, dass es sich um einen Terrorakt handelte. Moskau hatte die Verbindungen in das beliebte Urlaubsland nach dem Absturz unterbrochen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte sich zu der Tat bekannt.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Quelle: n-tv.de

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