Panorama

Fieberhafte Suche im GefängnisGeneralschlüssel verschwunden

01.11.2012, 12:24 Uhr
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Mit Schlüssel lässt sich so manche Tür öffnen. (Foto: dpa)

In der mittelalterlichen belgischen Stadt Löwen bei Brüssel wird der Generalschlüssel des Gefängnisses mit 180 Zellen vermisst. Es ist nur ein weiterer Vorfall, der sich in dem Gefängnis ereignete. Trotz aller elektronischen Sicherheitssysteme werden nun die Schlösser ausgetauscht.

Pannenserie in einem belgischen Gefängnis: Erst kam in der Justizvollzugsanstalt Löwen aus Versehen ein Gefangener frei. Dann vergaß man, die Familie über den Selbstmord ihres inhaftierten Verwandten zu informieren und jetzt ist der Generalschlüssel verschwunden, der Zugang zu allen 180 Zellen gibt. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga.

Die flämischsprachige Zeitung "Hel Laatste Nieuws" berichtete, dass der Schlüsselbund des Anstaltsgeistlichen offenbar schon seit einer Woche unauffindbar war. Die Justizvollzugsbehörden hätten dies aber nicht publik machen wollen.

An dem vermissten Schlüsselbund befanden sich dem Bericht zufolge das Passepartout für die 180 Zellen und ein weiterer Schlüssel, mit dem die 20 Türen zwischen den verschiedenen Teilgebäuden der Haftanstalt geöffnet werden können. "Wer das in der Hand hat, kann sich innerhalb der Gefängnismauern frei bewegen", sagten Gefängniswärter der Zeitung.

Inzwischen wurde der Direktor deswegen in Zwangsurlaub geschickt. Aus Solidarität mit dem Chef streikten die Mitarbeiter einen Tag lang und nahmen erst am späten Mittwochabend wieder die Arbeit auf. Nach Ansicht des Personals handle es sich um menschliche Fehler, die den Betrieb der Justizvollzugsanstalt nicht einschränkten.

Alle Gittertüren werden elektronisch bedient, das Personal benötige den Schlüsselbund nur in Ausnahmefällen. Zur Sicherheit wurden aber die Schlösser ausgetauscht. Es stand nicht fest, ob die Schlüssel durch Diebstahl oder eine Unachtsamkeit abhanden kamen.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP