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Fukushima: Cäsium in Fisch und Spinat: Greenpeace darf nicht messen

Der Umweltschutzorganisation Greenpeace wird von japanischen Behörden untersagt, Strahlungsmessungen vor der Küste des havarierten Atomkraftwerks Fukushima durchzuführen. Nur Stunden zuvor sagt Regierungschef Kan volle Transparenz zu. Derweil werden in Fisch und Spinat erhöhte Cäsium-Werte festgestellt.

Der erste Erfahrungsbericht von Greenpeace stammt von Anfang April. Die Messdaten sollten jetzt überprüft werden.
Der erste Erfahrungsbericht von Greenpeace stammt von Anfang April. Die Messdaten sollten jetzt überprüft werden.

Die japanischen Behörden haben nach Angaben von Greenpeace der Umweltorganisation die Erlaubnis für Strahlungstests vor der Küste verweigert. Das Schiff "Rainbow Warrior" sei in Tokio eingetroffen, doch habe es keine Erlaubnis erhalten, in den japanischen Hoheitsgewässern Untersuchungen vorzunehmen, erklärte Greenpeace. Dabei seien unabhängige Tests des Seewassers und der Meerestiere in den durch die Strahlung aus dem schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima bedrohten Gebieten extrem wichtig, sagte der Direktor von Greenpeace Japan, Junichi Sato.

Zuvor waren bei zwei Fischproben und bei Spinat in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks erhöhte Wert radioaktiven Cäsiums gefunden worden. Wie der Fernsehsender NHK berichtet, waren die Werte fünf- bis sechsmal höher, als gesetzlich erlaubt.

Kan will alles offenlegen

Proteste vor der Tepco-Zentrale in Tokio. Die Geschädigten verlangen Schadenersatz von der AKW-Betreiberfirma.
Proteste vor der Tepco-Zentrale in Tokio. Die Geschädigten verlangen Schadenersatz von der AKW-Betreiberfirma.(Foto: AP)

Ministerpräsident Naoto Kan hatte ungeachtet des Greenpeace-Abweisung angekündigt, Konsequenzen aus der Atomkatastrophe ziehen zu wollen. Das Unglück solle umfassend aufgeklärt und alle Informationen dazu veröffentlicht werden. "Auf diese Weise möchten wir einen aktiven Beitrag zur internationalen Diskussion über die Verbesserung der Sicherheit der Kernkraft leisten, damit ein solcher Unfall nicht mehr auftritt", schreibt der Regierungschef in einem Beitrag für die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post". Sein Land werde mit scharfen Kontrollen dafür sorgen, "dass die Sicherheit der Nahrungsmittel und Produkte aus Japan, die auf den Markt gelangen, gewährleistet ist".

Nach Regierungsangaben soll nun im Juni damit begonnen werden, das belastete Abwasser im AKW Fukushima zu dekontaminieren. Das hoch radioaktiv verseuchte Wasser behindert die Reparaturarbeiten am Kühlsystem des Kraftwerks. Das AKW war bei dem Megaerdbeben und dem Tsunami am 11. März schwer beschädigt worden.

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Quelle: n-tv.de

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