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So sieht sie wohl aus, die chinesische Vorzeigefamilie. Die Zahlen gewalttätiger Übergriffe zeichnen jedoch ein anderes Bild.
So sieht sie wohl aus, die chinesische Vorzeigefamilie. Die Zahlen gewalttätiger Übergriffe zeichnen jedoch ein anderes Bild.(Foto: imago/View Stock)

Schläge in jeder vierten Familie: Häusliche Gewalt wird in China strafbar

Die Zahlen sind erschreckend: Jeder zehnte Mord geschieht in chinesischen Familien. In rund 100 Millionen Familien gibt es Schläge bis hin zu schwerer Körperverletzung. Damit soll Schluss sein, das Regime will die Prügel unter Strafe stellen.

China will häusliche Gewalt erstmals landesweit unter Strafe stellen. "Ein Gesetz wird vorbereitet", sagte die Sprecherin des Volkskongresses, Fu Ying. Bei der am Donnerstag beginnenden Jahrestagung des Volkskongresses solle es auch darum gehen, wie der Straftatbestand "Gewalt in der Familie" aussehen werde.

Das Gesetz könnte im August verabschiedet werden. Übergriffe in der Ehe wurden in China lange Zeit als Privatangelegenheit behandelt. Prügel von Ehemännern oder Ehefrauen galt nicht als Scheidungsgrund. Erst 2001 wurde ein Gewaltverbot in der Ehe festgelegt, allerdings ohne konkret zu definieren, was als Gewalt gilt.

Zahlen des Frauenverbandes zeichnen ein erschreckendes Bild. Demnach kommt es in jeder vierten (24,7 Prozent) der rund 400 Millionen Familien in China zu Schlägen bis hin zu schwerer Körperverletzung und Totschlag. Jeder zehnte Mord soll demnach auf häusliche Gewalt zurückgehen. Meist richtet sich die Gewalt von Männern gegen Frauen oder von Eltern gegen ihre Kinder.

Quelle: n-tv.de

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