Panorama
Der Unglücksreaktor 4 von Tschernobyl.
Der Unglücksreaktor 4 von Tschernobyl.(Foto: dpa)
Dienstag, 19. April 2011

Hilfe auch 25 Jahre nach Super-GAU: Halbe Milliarde für Tschernobyl

Mehr als 500 Millionen Euro bekommt die Ukraine von der internationalen Gemeinschaft, um auch 25 Jahre nach dem Super-Gau den Reaktor von Tschernobyl schützen zu können. Zweifel an der Atomkraft als Energiequelle gibt es in der Ukraine aber nicht.

Für die Sicherung des Katastrophenreaktors in Tschernobyl gibt die internationale Gemeinschaft 25 Jahre nach dem Super-GAU 575 Millionen Euro. Diese Summe sei bei der Geberkonferenz in Kiew zugesagt worden, teilte der französische Regierungschef François Fillon in der ukrainischen Hauptstadt mit. Eigentlich sollten nach den Vorstellungen der Ukraine bei der Konferenz rund 740 Millionen Euro zusammenkommen.

Regierungsvertreter aus rund 50 Staaten sind in Kiew, um über weitere Schutzmaßnahmen zu sprechen. "Wir danken der internationalen Gemeinschaft, dass sie uns mit diesem Problem nicht allein lässt", sagte der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch bei der Eröffnung der Konferenz.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte bereits zugesagt, dass die EU 110 Millionen Euro für die weiteren Arbeiten bereitstellen will. Mit dem Geld soll unter anderem der Bau einer neuen Schutzhülle um den havarierten Reaktor finanziert werden. Deutschland ist in Kiew durch Umweltstaatssekretär Jürgen Becker vertreten, der die Reise ohne konkrete Finanzzusagen antrat. Den ukrainischen Behörden fehlen zum Bau des neuen Sarkophags über dem am 26. April 1986 explodierten Reaktor hunderte Millionen Euro.

Kiew hält an Kernkraft fest

Präsident Janukowitsch hält auch im Rückblick die Entscheidung seines Landes für richtig, nach Tschernobyl an der Nutzung der Kernkraft festzuhalten. Seit dem Unglück habe es "keine Funktionsstörungen an den vier ukrainischen Kraftwerken" gegeben, schreibt Janukowitsch in einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel". Zur Atomkatastrophe im japanischen Akw Fukushima 1 schreibt Janukowitsch, dieser Unfall sei "eine Folge des unverantwortbaren Risikos, Nuklearkraftwerke in einer geologisch aktiven Region zu bauen". Die Atomenergie habe trotzdem "noch eine Chance verdient".

Die Ukraine deckt ihren Strombedarf laut "Tagesspiegel" zu rund 50 Prozent aus den 15 Reaktoren an vier Standorten. Erneuerbare Energien spielen in dem Land bisher dagegen kaum eine Rolle.

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Quelle: n-tv.de

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