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Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München
Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München(Foto: imago/Future Image)

Keine Bewährung, Bayern-Präsidenten geht in Revision: Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

Der Präsident des FC Bayern ist nun ein verurteilter Steuerhinterzieher. Das Landgericht München II verurteilt ihn zu drei Jahren und sechs Monaten. Sollte es rechtskräftig werden, muss Hoeneß ins Gefängnis. Zunächst will er aber Revision einlegen.

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Dreieinhalb Jahre Haft: Ist das Urteil gegen Uli Hoeneß gerecht?

Ist das Urteil gegen Uli Hoeneß gerecht?

Das Landgericht München II hat Uli Hoeneß zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Richter Rupert Heindl sah es als erwiesen an, dass der Präsident des FC Bayern mehr als 28 Millionen Euro an Steuern hinterzogen hat, die auf Spekulationsgewinne in der Schweiz angefallen waren. Die Selbstanzeige zu einem Schweizer Konto stufte das Gericht als ungültig ein. Eine Revision gegen das Urteil ist angekündigt. Wenn der Fall nun dem Bundesgerichtshof vorgelegt wird, könne dieser grundsätzlich klären, wie mit einer solchen, "nicht idealen" Selbstanzeige umzugehen sei, sagte Hoeneß-Anwalt Hanns Feigen.

Hoeneß blickte beim Urteilsspruch zu Boden und zeigte nur wenig Regung. Nur seine Mundwinkel zuckten kurz. Seine Ehefrau Susi war völlig erstarrt. Er muss zunächst nicht ins Gefängnis, der Haftbefehl bleibt ausgesetzt. Ein Sprecher von Uli Hoeneß sagte zu n-tv.de, der Verurteilte werde sich "in den kommenden Tagen" nicht öffentlich zu dem Fall äußern.

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Staatsanwalt Achim von Engel hatte mehr gefordert, nämlich eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Engel sagte in seinem halbstündigen Plädoyer, Hoeneß habe Einkünfte in Höhe von 107 Millionen Euro verschwiegen. Er beschrieb, wie Hoeneß über Jahre hinweg untätig geblieben sei, obwohl von deutschen Behörden Schweizer Steuer-CDs aufgekauft wurden, und obwohl der damalige Post-Chef Klaus Zumwinkel für Steuerhinterziehung verurteilt wurde. Selbst nach dem Scheitern des Steuerabkommens zwischen Deutschland und der Schweiz Ende 2012 habe Hoeneß "keine äußerlich erkennbaren Aktivitäten" gezeigt.

Der Zusammenhang zwischen den Recherchen des "Stern"-Reporters Johannes Röhrig und der Selbstanzeige liege "auf der Hand", so Engel. Die Selbstanzeige nannte er einen "Schnellschuss". Sie sei unwirksam, da sie unvollständig gewesen sei. "Eine Aufstellung, die rein inhaltlich den Anforderungen einer Selbstanzeige genügt, gibt es bis heute nicht." Engel sah die Merkmale eines besonders schweren Falles erfüllt.

"Selbstanzeige besser als ihr Ruf"

Rechtsanwalt Feigen betonte dagegen in seinem knapp 50-minütigen Plädoyer, die Abgabe der Selbstanzeige am 17. Januar 2013 sei "die Stunde Null" dieses Verfahrens. Hätte der Staatsanwalt an diesem Morgen bei Hoeneß geklingelt, hätte man sich über die Unwirksamkeit der Selbstanzeige unterhalten können. "Aber Herr Hoeneß hat geklingelt, oder klingeln lassen." Dass Hoeneß auf die Recherchen des "Stern" reagiert habe, sei egal.

Feigen räumte ein, dass die ausgewiesenen Verluste in einzelnen Jahren ein Problem seien. Es wäre besser gewesen, wenn Hoeneß' Steuerberater "einen Satz" dazu geschrieben hätte, dass auch in den Verlustjahren Steuern fällig werden dürften. "Das hätte dazu geführt, dass wir nach meiner sicheren Überzeugung hier nicht sitzen würden". Die Selbstanzeige, so schloss Feigen, sei "besser als ihr Ruf".

Für den Fall, dass das Gericht das Verfahren nicht einstellt, beantragte Feigen schließlich eine Bewährungsstrafe. Nach den Plädoyers gab Richter Heindl Hoeneß das Schlusswort. Der sagte, er habe dem Vortrag seines Anwalts nichts hinzuzufügen.

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Quelle: n-tv.de

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