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Die Auswahl an Haschisch-Sorten ist bald in den ganzen Niederlanden nur noch für Einheimische legal zu kaufen.
Die Auswahl an Haschisch-Sorten ist bald in den ganzen Niederlanden nur noch für Einheimische legal zu kaufen.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 17. September 2012

Niederlande beschränken Verkauf: Illegaler Haschisch-Handel boomt

Seitdem es in Teilen der Niederlande verboten ist, Cannabis an Touristen zu verkaufen, wächst der illegale Drogenhandel. Die Dealer verkaufen nicht nur Haschisch, sondern auch Härteres. Doch die Politik bleibt bei ihrem Kurs: Das Verbot wird bald auf das ganze Land ausgeweitet.

"Cannabis, Marihuana, ich habe alles". Ein junger Mann preist an der Maas im niederländischen Maastricht seine Ware an. "Es läuft gut, wir verkaufen momentan viel", sagt der Dealer, der sich Mohammed nennt. Hart verhandelt er über den Preis für fünf Gramm Cannabis, die er schließlich für 35 Euro verkauft. Mohammed profitiert wie viele Straßenhändler davon, dass Ausländer seit dem 1. Mai im Süden der Niederlande keine Drogen mehr in den Coffeeshops kaufen dürfen.

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Rund zwanzig Dealer buhlen deshalb entlang der Maas um Kundschaft. "Ich habe auch Kokain, Heroin, Ecstasy – was willst du? ", fragt einer von ihnen, der auf einem grauen Motorroller sitzt und einem möglichen Kunden eine Karte mit seiner Telefonnummer zusteckt. Bald dürfte das Geschäft für die Straßenhändler nicht nur in Maastricht, sondern im ganzen Land florieren. Gilt der sogenannte Cannabis-Ausweis, den nur noch volljährige Niederländer bekommen dürfen, ab 1. Januar doch überall in den Niederlanden.

Die Millionen Ausländer, die bisher jedes Jahr die 670 Coffeeshops des Landes aufsuchten, werden damit vor die Tür gesetzt. Seit 1976 wurde auch bei ihnen der Kauf von bis zu fünf Gramm Cannabis pro Person geduldet. Doch die niederländischen Behörden wollten Schluss machen mit den Staus vor den Coffeeshops und dem Lärm auf der Straße.

600 Angestellte verlieren ihre Jobs

Der Drogentourismus endete mit dem Coffeeshop-Verbot für Ausländer allerdings nicht."Ich verkaufe an Franzosen, Belgier, Deutsche, Spanier und auch Niederländer", sagt Mohammed. Eine Studie der Universität Tilburg ergab, dass der illegale Drogenhandel durch das Verbot "deutlich" zunahm. Allerdings räumen die Experten ein, dass weniger Dealer rund um die Coffeeshops unterwegs sind. Allerdings gebe es nun Adressen, wo Cannabis gekauft werden könne und auch Nummern von Dealern, die nach Hause lieferten.

Für einige Coffeeshop-Besitzer bedeuten die neuen Regeln das Aus. So ist beispielsweise das Easy Going, einer von 14 Coffeeshops in Maastricht, geschlossen. Sein Besitzer Marc Josemans, wehrt sich damit gegen die Diskriminierung der Ausländer. "Wir haben fast 90 Prozent unserer Kunden verloren", sagt er. 600 Coffeeshop-Angestellte im Süden säßen dadurch auf der Straße. Sogar die Einheimischen mieden die traditionsreichen Einrichtungen, denn sie wollten sich nicht als "Mitglieder" registrieren lassen.

Dealer werden aggressiver

Die Cannabis-Konsumenten, die ihren Ausweis bei der Stadtverwaltung bekommen, fürchten den Missbrauch ihrer Daten. "Die Daten werden nicht weitergegeben", versichert dagegen der Sprecher der Stadtverwaltung, Gert-Jan Bos. Er sieht den Cannabis-Ausweis als gute Sache, auch wenn es für eine abschließende Beurteilung noch zu früh sei. Statt der 10.000 Besucher, die jeden Tag nur wegen der Drogen nach Maastricht gekommen seien, reisten jetzt nur noch rund hundert an. Auch die Dealer seien weniger geworden, allerdings seien sie "sichtbarer und aggressiver".

Vor der Parlamentswahl in der vergangenen Woche hatten Anhänger des freien Haschisch-Konsums gehofft, dass die landesweite Einführung der Cannabis-Karte gestoppt wird. Mit einem "Cannabus" tourten Aktivisten durch das Land, um die Bevölkerung zur Wahl der "richtigen Parteien" aufzufordern. Die sozialdemokratische Arbeitspartei hatte angekündigt, das Projekt stoppen zu wollen. Doch bei der Wahl unterlag die PvdA knapp den Rechtsliberalen von Ministerpräsident Mark Rutte.

Quelle: n-tv.de

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