Panorama
In Japan hat die Jagdsaison für Delphine begonnen - Tierschützer protestieren mit diesen Delfin-Puppen dagegen.
In Japan hat die Jagdsaison für Delphine begonnen - Tierschützer protestieren mit diesen Delfin-Puppen dagegen.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Fischer treffen auf Aktivisten: Jagdsaison für Delfine beginnt in Japan

Sie treiben die Delfine in die Enge, wählen die schönsten aus und schlachten die übrigen. Unter den kritischen Augen von Aktivisten beginnen Japans Fischer mit der Jagd auf die intelligenten Meeressäuger.

Im japanischen Walfangort Taiji hat die Saison für die Jagd auf Delfine begonnen. Wegen schlechten Wetters blieben die Fischerboote jedoch zunächst im Hafen, wie Tierschutzaktivisten berichteten. Taijis Fischer treiben die Meeressäuger während der Jagden in eine Bucht und sortieren die schönsten Tiere im Auftrag von Delfinarien im In- und Ausland aus. Die übrigen werden in einer Nachbarbucht abgeschlachtet.

Der Ort war durch den Oscar-gekrönten Dokumentarfilm "Die Bucht" über das Gemetzel zu trauriger Berühmtheit gelangt. Die alljährlich zwischen September und März stattfindende Jagd auf die Delfine stößt auf weltweite Empörung. Gleichzeitig begann die Jagdsaison auf Grindwale, die bis April dauert.

Geschäft mit Delfinen geht zurück

Der Artenschutzorganisation Pro Wildlife zufolge werden immer mehr Delfine und Kleinwale lebend gefangen, um für Tausende Dollar pro Tier in Delfinarien in Japan sowie anderen Ländern wie China, der Türkei, Thailand und Mexiko zu enden. Die Artenschützer berichteten zum Auftakt der vergangenen Saison aber auch, dass die Zahl der gejagten Delfine und Kleinwale in den zurückliegenden zehn Jahren um 83 Prozent zurückgegangen sei - von 18.369 auf 3104 Tiere.

Die japanische Regierung bestätigte diesen Trend. Als Grund für den Rückgang führte sie die Tsunami-Katastrophe vom März 2011 an, bei der viele Fischer ihre Boote verloren. Pro Wildlife vermutete dagegen, dass jüngere Japaner um die hohe Belastung des Fleisches der Delfine mit Giftstoffen wie Quecksilber wissen und es kaum noch verzehren. Ohnehin wird in Japan wenig Wal- und Delfinfleisch gegessen. Dennoch geht die Jagd weiter: Zum einen sehen die Jäger Delfine als Konkurrenten an, da sie Fisch fressen. Zum anderen lockt das Geschäft mit den lebenden Tieren.

Im März hatte der Internationale Gerichtshof in Den Haag Japan verboten, in der Antarktis Wale zu fangen. Der IGH gab damit einer Klage Australiens statt. Bei dem Antarktis-Programm würden "eher finanzielle Überlegungen als rein wissenschaftliche Kriterien" eine Rolle spielen, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Umweltschützer begrüßten das Urteil des höchsten UN-Gerichts. Allerdings gehen japanische Schiffe außerhalb der Antarktis weiter auf Walfang.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen