Betrunken Verkehrsunfall verursachtJan Ullrich gelobt Alkoholabstinenz

Mit 1,7 Promille im Blut verursacht Ex-Radprofi Jan Ullrich einen Verkehrsunfall. Ein Jahr später steht er kurz vor seinem Prozess und zeigt Reue: "Wenn ich Auto fahre, gilt Promille-Grenze 0,0". Eine Haftstrafe wird ihm wohl erspart bleiben.
Im Mai vergangenen Jahres verursachte der Ex-Radprofi Jan Ullrich in der Schweiz einen heftigen Autounfall unter Alkoholeinfluss. Nun steht das Urteil des zuständigen Richters an, der Ullrich aller Voraussicht nach mit einem blauen Auge davonkommen lassen wird. Zumindest, wenn er dem Antrag der Staatsanwaltschaft zustimmt, die eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten und eine Geldbuße über 9700 Euro verlangt. Im Interview mit der "Bild"-Zeitung schildert Ullrich den Unfallhergang und spricht über das Urteil, das ihn erwartet.
Dazu sagte Ullrich: "Wenn der Richter jetzt dem Antrag der Staatsanwaltschaft zustimmt und ich nicht ins Gefängnis muss, ist das natürlich sehr erleichternd für mich und meine Familie." Dass er betrunken in seinen Wagen stieg, habe mit einem Überraschungsbesuch von Freunden und einem verschwitzten Termin zu tun, erklärt Ullrich: "Spontan kamen Freunde vorbei, hatten Wein dabei. Meine Frau war mit den Kindern unterwegs. Ich dachte, ich hätte an dem Tag nichts mehr vor, bis mich mein Telefon an einen Termin erinnert hat. Und da ist dann in der Hektik eine Sicherung durchgebrannt. Ich habe mich fahrtauglich gefühlt, gar nicht groß nachgedacht, mich ins Auto gesetzt und den Termin wahrgenommen."
Auf dem Rückweg kam es dann zu dem Crash, an den sich der 41-Jährige noch lebhaft erinnern kann: "Ich bin über eine Kuppe gekommen, habe das Auto dahinter am Stoppschild zu spät gesehen. Ich habe noch versucht auszuweichen, den Wagen dann aber am linken Heck getroffen. Sofort gingen die Airbags auf. Danach bin ich unter Schock sofort raus und habe dann gesehen, dass da noch ein zweites Auto steht. Ein Mann stand schon auf der Straße, ihm war zum Glück nichts passiert."
"Im Gullydeckel verschwinden"
Nachdem ihm klar wurde, was er angerichtet hat, wollte er "erst mal im Gullydeckel verschwinden." Der Unfall, bei dem niemand ernsthaft zu Schaden kam, in Ullrichs Blut jedoch "Bild" zufolge 1,73 Promille nachgewiesen wurden, habe ihn zum Umdenken bewegt. Im Interview mit dem Blatt verspricht er daher: "Für den Rest meines Lebens habe ich mir vorgenommen: Wenn ich Auto fahre, gilt Promille-Grenze 0,0. Nicht ein Bierchen, nicht ein Schluck. Das passiert mir nicht noch mal. Ich fühle mich immer noch schlecht wegen des Unfalls. Und das wird auch immer so bleiben."
Laut "Bild"-Bericht schrammt Ullrich möglicherweise knapp an einer Gefängnisstrafe vorbei: Wird die Höchstgeschwindigkeit in der Schweiz um 60 Kilometer pro Stunde oder mehr überschritten, gilt man laut der neuen strengeren Rechtsprechung als Raser mit einer Strafandrohung von einem Jahr bis zu vier Jahren Freiheitsstrafe. Im Fall Ullrich wurde laut "Bild" auf der Grundlage von Gutachten Tempo 139 errechnet in einer 80er-Zone und damit einen km/h unter der "Raser"-Grenze. Dazu Ullrich: "Wenn es jetzt so kommt, habe ich wirklich Glück gehabt mit dem einen km/h." Seinen Führerschein musste der ehemalige Tour-de-France-Gewinner abgeben. Das Urteil wird im Spätsommer erwartet.