Strahlende Ruine: Das AKW Fukushima.
(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 29. September 2011
Millionen Kubikmeter: Japan versinkt im Atommüll
Es ist die Katastrophe nach der Katastrophe: Japan kämpft nach dem durch den Tsunami ausgelösten Unglück im Kernkraftwerk Fukushima mit riesigen Atommüll-Bergen. Geeignete Lagerstätten sind nicht in Sicht. Außerdem entweicht immer noch Radioaktivität aus dem AKW Fukushima.Japan steht vor einem gigantischen Atommüll-Berg als Folge der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima. Allein in der Provinz Fukushima müssten Lagerstätten für rund 90 Millionen Kubikmeter radioaktiv verseuchte Erde, Laub, Trümmerteile und andere Abfälle geschaffen werden. Das berichtete die Lokalzeitung "Fukushima Mimpo" unter Berufung auf Vize-Umweltminister Hideki Minamikawa. Die Menge entspreche dem Volumen von bis zu 72 großen Baseball-Stadien, hieß es.
Ganze Landstriche sind radioaktiv verseucht.
(Foto: Reuters)
Der Staat steht unter Druck, schnell mit der Dekontaminierung der betroffenen Gebiete zu beginnen. Doch müssen erst geeignete Lagerstätten gefunden werden. Laut der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press plant die Regierung, nicht nur in Fukushima, sondern auch in sieben anderen Provinzen, darunter im Raum der Hauptstadt Tokio, vorübergehende Anlagen zur Lagerung verstrahlten Abfalls zu bauen. Fukushima sei nicht die einzige Region, in der es radioaktiven Niederschlag gebe.
AKW leckt noch immer
Am 11. März hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein Tsunami das AKW Fukushima Daiichi schwer beschädigt. In der Folge kam es zu mehreren Kernschmelzen. Noch immer entweicht aus der Anlage Radioaktivität, wenngleich erheblich weniger als noch zu Beginn der Katastrophe. Nach offiziellen Angaben liegt die Konzentration derzeit bei 200 Millionen Becquerel pro Stunde. Das sei ein 4-Millionstel der radioaktiven Menge vor knapp sieben Monaten.
Nach Angaben des Betreiberkonzerns Tepco ist nun auch im Reaktor Nummer 2 die Temperatur auf unter 100 Grad Celsius gesunken. Erstmals ist damit die Temperatur in allen drei beschädigten Reaktoren Nummer 1 bis 3 unter 100 Grad gefallen. Es sei jedoch noch zu früh, von einer stabilen Lage im Problemreaktor Nummer 2 zu sprechen, hieß es.
dpa
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