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Mehr als die Hälfte der Deutschen fürchtet sich vor einem Einbruch.
Mehr als die Hälfte der Deutschen fürchtet sich vor einem Einbruch.(Foto: dpa)

Kriminalität in Deutschland: Jeder Vierte hat Angst vor Mord

Die jüngste Forsa-Umfrage zeigt: Fast die Hälfte der Deutschen ist der Meinung, das Leben sei in den letzten Jahren gefährlicher geworden. Rund 25 Prozent fürchten sich sogar im Alltag davor, ermordet zu werden. Die Sorge der Befragten trifft gleichzeitig auf eine leichte Zunahme der Kriminalität.

Von "völlig verfehlten Sparmaßnahmen" als Ursache spricht die Deutsche Polizeigewerkschaft, wenn es um den kürzlich ermittelten Anstieg der Kriminalität in Deutschland geht. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich musste zuvor eingestehen, dass im letzten Jahr 5,99 Millionen Straftaten registriert wurden – ein Prozent mehr als im Jahr 2010. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote von 56,0 auf 54,7 Prozent. Ein klarer Rückschlag bei dem eigentlich seit Jahren besser werdenden Wert.

Besonders deutlich zugenommen haben im Jahresvergleich Wohnungseinbrüche mit einem Plus von 9,3 Prozent. Die Aufklärungsquote betrug hier lediglich 16,2 Prozent. Stark zugenommen haben auch Fahrraddiebstähle. Der Anstieg um 7,2 Prozent auf fast 330.000 Fälle ist vor allem auf einen starken Zuwachs in Berlin und Hamburg zurückzuführen. Der Diebstahl von Autos sowie Ladendiebstähle gingen dagegen leicht zurück.

Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist um 2,4 Prozent gestiegen. Einen extremen Zuwachs gab es demnach mit plus 110 Prozent bei der Modedroge Ecstasy. Die Wirtschaftskriminalität ging um 22,7 Prozent zurück. Beim Tatort Internet wurden 223.000 Straftaten erfasst, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 9,9 Prozent bedeutet. Überwiegend handelt es sich hier um Betrugsdelikte.

Im Westen mehr Opfer

Für die Deutschen sind Kriminalität und Sicherheit weiter ein bedeutendes Thema. Laut der jüngsten Forsa-Umfrage für RTL und "Stern" fürchten sich 59 Prozent der Bundesbürger vor einem Betrugsdelikt. 52 Prozent haben Angst vor Diebstahl und mit 51 Prozent etwas mehr als die Hälfte vor einem Einbruch in Haus oder Wohnung. Auch schwerere Delikte machen Sorge. 46 Prozent der Bundesbürger fürchten sich vor körperlicher Gewalt, ein Viertel hat im Alltag sogar Angst, ermordet zu werden.

Dazu passt, dass 46 Prozent der Befragten den Eindruck haben, das Leben sei gefährlicher geworden. Besonders Männer sehen das so. 53 Prozent der Bundesbürger fühlen sich nicht gefährdeter als vor einigen Jahren. Opfer einer Straftat sind nach eigenen Angaben bereits 27 Prozent der Bundesbürger geworden. Der Wert liegt im Westen der Bundesrepublik mit 29 Prozent deutlich höher als im Osten mit 17 Prozent. Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, steigt augenscheinlich mit der Größe der Heimatstadt. In Orten unter 5000 Einwohner sind 22 Prozent bereits Opfer geworden, in Städten mit über 500.000 Einwohnern sind es 35 Prozent.

Eindeutig antworten die Bundesbürger auf die Frage nach der Härte von Strafen für Gewalttaten. Lediglich 19 Prozent sind der Ansicht, dass Gewaltdelikte wie Überfälle in U- oder S-Bahnen bereits hart genug bestraft werden. Drei Viertel der Befragten wünschen sich hingegen deutlich härtere Strafen.

Quelle: n-tv.de

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