Panorama
In schlichtem Weiß zeigt sich der neue Papst den Gläubigen.
In schlichtem Weiß zeigt sich der neue Papst den Gläubigen.(Foto: AP/dpa)

Neuer Papst zeigt sich der Welt: Kardinal Bergoglio ist Franziskus

Lauter Jubel vor der Sixtinischen Kapelle in Rom: In einem der kürzesten Konklaven der Kirchengeschichte wählen die 115 Kardinäle einen Nachfolger des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI. Der Name des neuen Papstes: Jorge Mario Kardinal Bergoglio. Er nennt sich Franziskus - und zeigt sich den Gläubigen.

Die katholische Weltkirche hat einen neuen Papst: Franziskus. Bereits am zweiten Konklave-Tag wählten die 115 Kardinäle in Rom mit der notwendigen Zweidrittel-Mehrheit den Nachfolger des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI. Gewählt wurde Jorge Mario Kardinal Bergoglio aus Argentinien. Er ist der erste Nicht-Europäer auf dem Stuhl Petri. Der 76-jährige Jesuit war bislang Erzbischof von Buenos Aires. Er galt bereits beim  Konklave 2005 als wichtiger Gegenkandidat des zurückgetretenen bisherigen Papstes Benedikt XVI. 

Als erste Amtshandlung betete Franziskus I. am Balkon für seinen Vorgänger. Anschließend spendete er den Segen Urbi et Orbi. Mit "Brüder und Schwestern, buona sera" wandte hat sich der neue Papst an die ihm zujubelnden Gläubigen. Wie es scheine, hätten ihn die Kardinäle vom Ende der Welt ausgesucht, sagte er. Man beginne nun den Weg der Brüderlichkeit, so Franziskus.

Der Papst-Name Franziskus drückt nach den Worten von Vatikan-Sprecher Federico Lombardi dessen Bescheidenheit aus. Die mutige Entscheidung der Kardinäle im Konklave, erstmals in der Neuzeit einen Papst von einem anderen Kontinent zu wählen, sei eine Überraschung, sagte Lombardi.

Ratzinger überrascht

Für den Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI. kommt die Wahl des neuen Kirchenoberhauptes unerwartet. "Ich bin völlig überrascht", sagte Georg Ratzinger. "Ich habe keinen Eindruck von ihm." Der 89-Jährige bekannte, dass er Bergoglio nicht "auf meiner Liste hatte". Er habe mit seinem Bruder nie über ihn gesprochen. "Der Name ist nie gefallen."

Die Schweizer Garde zog auf den Petersplatz, bevor Franziskus sich zeigte.
Die Schweizer Garde zog auf den Petersplatz, bevor Franziskus sich zeigte.(Foto: dpa)

Zuvor war dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle weißer Rauch aufgestiegen Auf dem Petersplatz brandete unter tausenden versammelten Menschen großer Jubel auf. Die Glocken des Petersdoms begannen zu läuten.

Auch in Deutschland läuteten vielerorts die Glocken. In Köln läutete zur Wahl des neuen Papstes die größte  Glocke des Doms, die im Volksmund "Dicker Pitter" genannt wird. Die  Glocke in der Kölner Kathedrale gilt als größte freischwebende  Glocke der Welt und erklingt nur zur Feier hoher katholischer Feste.

Zunächst erfolglos

Das Konklave gehörte zu den kürzesten in der Kirchengeschichte. Erst am späten Dienstagnachmittag waren die Kardinäle zum Konklave in die Sixtina gezogen. Schwarzer Rauch stieg nach dem ersten Wahlgang noch am Dienstagabend und am Mittwochmittag nach zwei weiteren Wahlgängen über dem Vatikan auf. Damit wurde signalisiert, dass diese Abstimmungen erfolglos waren.

Der deutsche Papst Benedikt war als erstes Kirchenoberhaupt der Neuzeit am 28. Februar zurückgetreten. Der 85 Jahre alte Joseph Ratzinger hatte seinen historischen Schritt mit nachlassenden Kräften begründet.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen