Panorama
Mittwoch, 01. September 2010

Psychiater hat Bluttat nicht verhindert: Kindsmörderin will drei Millionen

Geneviève L. im Dezember 2008 vor Gericht in Nivelles.
Geneviève L. im Dezember 2008 vor Gericht in Nivelles.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Eine fünffache Kindsmörderin fordert in Belgien drei Millionen Euro von ihrem früheren Psychiater, weil dieser sie vor der Tat Anfang 2007 nicht ausreichend betreut habe. Die zu lebenslanger Haft verurteilte Geneviève L. wolle, dass der von ihr erlittene Schaden anerkannt werde, sagte ihr Anwalt Xavier Magnée der belgischen Zeitung "Le Soir".

Geneviève L. werfe dem Mediziner "Untätigkeit" vor, sagte ihr Anwalt dem Blatt. Sie war wegen Depressionen in Behandlung. Während des Prozesses Ende 2008 war ein Brief veröffentlicht worden, den die Mutter am Vortag des Dramas an den Psychiater gerichtet hatte. Darin hatte sie davon geschrieben, Selbstmord zu begehen und die "Kinder mit sich zu nehmen". Der Mediziner sagte damals aus, er habe die Frau aus Termingründen nicht empfangen.

Der Fall hatte wegen seiner Brutalität Aufsehen erregt. Der Richter bezeichnete die Morde als "Akte extremer Gewalt", denn die drei bis 14 Jahre alten Kinder hätten große Qualen durchlitten. Die Frau, die bis zur Tat als gute Mutter galt, hatte sie der Reihe nach mit einem Messer getötet und dann versucht, sich selbst das Leben zu nehmen, später aber einen Notruf abgesetzt. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch oder Unterbringung in der Psychiatrie, die Geschworenen erklärten sie aber für voll schuldfähig.

Quelle: n-tv.de

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