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Alle verfügbaren Kräfte dabei: Krankenhäuser agierten mit Notfallplan

Als in München die akute Terrorlage ausgerufen wird, rüsten sich auch die Krankenhäuser für viele Verletzte. Im Klinikum rechts der Isar wird der Katastrophenfall ausgerufen, auch andere Kliniken appellieren an ihre Einsatzkräfte.

Es ist der absolute Ernstfall. Eine unübersichtliche Lage - keine Hinweise auf die Anzahl von Toten, Schwer- und Leichtverletzten. Die Münchner Krankenhäuser müssen im Laufe des Freitagabends alle verfügbaren Einsatzkräfte in die Kliniken ordern. Die Ärzte und Krankenpfleger - sie alle kommen aus ihrer Freizeit und eilen in die jeweiligen Krankenhäuser.

Im Klinikum rechts der Isar, das Krankenhaus der Technischen Universität München, haben sie Katastrophenfall ausgelöst. Das Team hält am Abend zehn OP-Teams und acht Schockraumteams bereit, um die Opfer der Schießerei zu versorgen. Schockraumteams gehören zum Alarmierungsplan von Krankenhäusern und bestehen aus Anästhesisten, dem Unfallchirugen, dem Radiologen und begleitenden Notfallkräften.

Mit dem Megafon in der Notaufnahme

Arzt Peter Biberthaler muss zeitweise die vielen Einsatzkräfte mit einem Megafon koordinieren, weil er sonst das Personal nicht einteilen kann. Er spricht von einer "hevorragenden Solidarität" unter den Mitarbeitern. Für diesen großen Notfallplan hatten die Ärzte extra Plätze auf der Intensivstation geräumt und Seelsorger organisiert, die trauernde Verwandte betreuen sollten.

Da lange nicht klar ist, ob noch Täter flüchtig sind, ist die Situation lange unsicher. Dann gibt es aber Entwarnung und um Mitternacht heißt es von Seiten der Feuerwehr, dass die gewöhnliche Personalstärke ausreichen sollte. Die zusätzlichen Einsatzkräfte können nach Hause fahren. Die Abläufe im Katastrophenfall waren eingeübt - doch dass sie angewendet werden mussten, damit haben sicher nur wenige Mitarbeiter der Münchener Krankenhäuser gerechnet.

Quelle: n-tv.de

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