Panorama

Denkmal zur Vergewaltigung durch RotarmistenKünstler schockiert Danzig

13.10.2013, 19:47 Uhr
ostpreussen-1944
Vor den herannahenden Truppen der Roten Armee waren im Winter 1944/45 große Teile der ostpreußischen Bevölkerung geflohen. (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Beim Vormarsch der Roten Armee in der Schlussphase des Zweiten Weltkrieges kommt es zu Massenvergewaltigungen von Frauen. Lange Zeit war das Thema vor allem im Osten tabu. Ein polnischer Künstler holt es wieder ans Licht.

Mit einem Denkmal eines vergewaltigenden sowjetischen Soldaten hat ein polnischer Kunststudent in Danzig einen Polizeieinsatz ausgelöst. Der polnische Nachrichtensender "TVN 24" berichtete, der 26 Jahre alte Künstler habe die fast 500 Kilogramm schwere Skulptur mit Helfern neben einem sowjetischen Panzer im Stadtzentrum der nordpolnischen Hafenstadt aufgestellt.

Ein Polizeisprecher berichtete, eine Frau habe die Polizei benachrichtigt und sich verstört über das Kunstprojekt gezeigt, in dem ein Soldat eine schwangere Frau überwältigt. Die Beamten entfernten die Skulptur daraufhin. "Das Denkmal zeigt die verschwiegene Tragödie der Frauen", sagte der Künstler. Er habe niemanden verletzen wollen.

In der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs waren nicht nur viele deutsche Danzigerinnen, die nicht rechtzeitig vor dem Vormarsch der Roten Armee fliehen konnten, Opfer von Massenvergewaltigungen geworden. Auch polnische und kaschubische Frauen teilten das Schicksal massiver Gewalt. Im kommunistischen Polen war dies ein Tabuthema, über das offiziell nicht gesprochen wurde.

Quelle: ntv.de, dpa