Panorama

"Ein- oder Zwei-Personen-Aktion": Laura Dekker ist verschwunden

Wenige Wochen nach dem Verbot für ihre Solo-Weltumseglung als jüngster Mensch ist die 14-jährige Laura Dekker spurlos verschwunden. Offenbar hat sie einen Abschiedsbrief hinterlassen. Ihr Segelboot liegt noch im Hafen. Die niederländischen Behörden leiteten eine internationale Suchaktion ein.

Laura Dekker im Sommer im Gericht von Utrecht. Links ihr Vater Dick Dekker, rechts ihr Anwalt Peter de Lange.
Laura Dekker im Sommer im Gericht von Utrecht. Links ihr Vater Dick Dekker, rechts ihr Anwalt Peter de Lange.(Foto: AP)

Die Eltern und die Polizei erklärten, sie machten sich größte Sorgen. "Alle hoffen, dass sie so schnell wie möglich zurückkommt", sagte ein Vertreter der Familie. "Die Polizei tut alles, um sie zu finden", erklärte ein Polizeisprecher. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine Straftat.

Zudem glaubt die Polizei bislang nicht, dass Laura zu ihrer von einem Gericht verbotenen Allein-Umsegelung der Welt aufgebrochen ist. Ihr Segelboot liege im Hafen unweit von Utrecht, sagte der Sprecher. "Wir haben keine Hinweise darauf, dass sie mit einem Boot abgehauen ist, mit welchem auch immer." Ein Verwandter hatte Laura am Freitag als vermisst gemeldet, wie die Utrechter Polizei bestätigte.

Der Zeitung "Volkskrant" zufolge hat die 14-Jährige am Donnerstag 3500 Euro von ihrem Konto abgehoben und ist danach nicht mehr zu ihrem Vater zurückgekehrt, bei dem sie bislang wohnte. Das "NRC Handelsblad" schreibt, sie habe einen Abschiedsbrief hinterlassen. "Wir denken, dass sie weggegangen ist, um allein zu sein", habe ein Sprecher der Familie gesagt.

Das "Segelmädchen", wie niederländische Medien sie nennen, hatte im Sommer als 13-Jährige erklärt, es wolle allein in einem Segelboot die Erde umrunden. Das zuständige Familiengericht in Utrecht verhinderte das in letzter Minute. Ein entsprechendes Verbot wurde später von dem Gericht bekräftigt.

"Negative Spirale"

Daraufhin sei Laura seelisch in eine "negative Spirale" geraten, erklärte der Familiensprecher. "Sie hatte das Gefühl, dass alle gegen sie waren. Was immer wir sagten, sie glaubte nicht daran, dass man ihr die Weltumseglung doch noch erlauben würde." Ihr Verschwinden sei für die Familie dennoch völlig überraschend, versicherte der Sprecher. "Das sieht nach einer Ein- oder Zwei-Personen-Aktion aus."

Das Familiengericht hatte Ende Oktober angeordnet, dass Laura noch mindestens bis zum 1. Juli 2010 unter der Vormundschaft des Amtes für Kinderschutz bleiben muss. Sie durfte aber weiter bei ihrem Vater wohnen, der ihre geplante Weltreise unterstützte. Das Gericht hatte Lauras geschiedenen Eltern ausdrücklich untersagt, das Mädchen in See stechen zu lassen. Als Hauptgrund gab es an, dass ein so schwieriger Solo-Segeltörn derzeit noch "Lauras Gesundheit und ihre geistige Entwicklung gefährden" könne.

Quelle: n-tv.de

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