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Schweizer Männer müssen manchmal ein wenig angestoßen werden.
Schweizer Männer müssen manchmal ein wenig angestoßen werden.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Schweiz beschenkt sich zum Frauentag: Männerbeauftragter tritt an

In der Schweiz ist die Gleichstellung von Frau und Mann vielerorts schon so weit gediehen, dass die Eidgenossen jetzt einen staatlichen Männerbeauftragten ins Amt gehievt haben. Denn bei Schweizer Männern gibt es bereits Nachholbedarf.

Kurz vor dem Weltfrauentag ist in der Schweiz die Anstellung des landesweit ersten staatlichen Männerbeauftragten bekanntgegeben worden. Im Auftrag des Kantons Zürich werde der studierte Psychologe Markus Theunert künftig als direkter Ansprechpartner für Männer in Sachen Gleichstellung zur Verfügung stehen, teilte die dortige Justizdirektion mit.

Der 39-Jährige könne beispielsweise Jungen dabei unterstützen, in einen "Mädchenberuf" einzusteigen, erläuterte Theunerts Chefin Helena Trachsel. Sie ist Leiterin der Zürcher Fachstelle für Gleichstellung von Mann und Frau. Außerdem könne ein Männerbeauftragter das Verständnis für Familiensituationen fördern, in denen die Frau "die Rolle als Haupterwerberin" übernommen habe.

Die Schweizerinnen hätten mittlerweile einiges in Sachen Gleichstellung erreicht, sagte Trachsel der "Neuen Zürcher Zeitung". Bei den Männern gebe es bereits Nachholbedarf. "Männer fühlen sich manchmal zu wenig eingeladen." Mit der "Schweizer Premiere" eines Männerbeauftragten wolle Zürich ein "starkes Signal" senden: "Männer wollen auch mitreden und dem wollen wir Rechnung tragen."

Theunert scheint bestens für den Job präpariert: Er ist Gründer der Schweizer "Männer-Zeitung" sowie des Dachverbandes Schweizer Männer- und Väterorganisationen und Initiator eines jährlichen Schweizer Männertages. Bis vor wenigen Jahrzehnten galt die Schweiz noch als Land, in dem es viel schwieriger als anderswo sei, Rechte der Frauen durchzusetzen. Erst 100 Jahre nach der Pariser Kommune und 52 Jahre nach Deutschland hatten die Eidgenossen 1971 das Frauenwahlrecht eingeführt.

Quelle: n-tv.de

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