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Auf der A 45 hat es mehrmals gekracht.
Auf der A 45 hat es mehrmals gekracht.(Foto: dpa)

Massenkarambolage im Schneetreiben: Märzwinter sorgt für Chaos

Der Wintereinbruch überrascht die deutschen Autofahrer. Mehrere schwere Unfälle auf deutschen Straßen sind die Folge. Die größte Unfallserie ereignet sich auf der A 45 im hessischen Wetteraukreis. Auch in anderen Bundesländern scheppert es.

Im starken Schneetreiben: Die A45 verläuft vom Ruhrgebiet über das Siegerland durch die Höhenlagen Mittelhessens bis nach Aschaffenburg.
Im starken Schneetreiben: Die A45 verläuft vom Ruhrgebiet über das Siegerland durch die Höhenlagen Mittelhessens bis nach Aschaffenburg.

In dichtem Schneetreiben sind in Mittelhessen mehrere Dutzend Autos und Lastwagen zusammengestoßen. Menschen kamen auf der Autobahn 45 nahe Münzenberg im Wetteraukreis nicht ums Leben. Es wurden jedoch zahlreiche Autofahrer verletzt. Die Polizei sprach zunächst von einer Massenkarambolage, allerdings scheint es sich nach neuen Angaben vor allem um eine Serie von mehreren schweren einzelnen Unfällen zu handeln. Die Autobahn glich einem Trümmerfeld.

30 Menschen wurden bei der Unfallserie verletzt, 6 davon schwer. Die Autobahn wurde gesperrt. An der Massenkarambolage waren laut Polizei 80 Autos, 20 Lastwagen und drei Kleintransporter beteiligt. Ihre Wracks waren teilweise ineinander verkeilt. Außerdem ereigneten sich noch mehrere Folgeunfälle.

Für die Rettungskräfte war es schwer, mit den Wagen zu den betroffenen Autofahrern durchzukommen, viele Sanitäter waren zum Teil zu Fuß zu den Autowracks unterwegs. "Bei den Patienten waren wir schnell. Das Material herbeizuschaffen, war dagegen schwieriger", sagte der leitende Notarzt am Unfallort. Die Unfallopfer sollten zunächst in beheizten Zelten versorgt werden.

Der Blechschaden ist immens, Todesopfer gibt es keine.
Der Blechschaden ist immens, Todesopfer gibt es keine.(Foto: dpa)

"Während der Unfallserie herrschte starkes Schneetreiben, die Straße war spiegelglatt", sagte ein Polizeisprecher zu den möglichen Gründen für die Unfallserie. Die Sicht war zudem äußerst schlecht. Die Autos und Lastwagen seien auf der A45 in Fahrtrichtung Hanau zusammengestoßen, hieß es weiter. Die Unfallstelle liegt zwischen den Ausfahrten Wölfersheim und Florstadt.

Die Unfallserie auf der A 45 ist nicht die einzige Folge des Schneetreibens. Der Märzwinter hält auch andere europäische Länder in Atem. Frankreich richtete einen Krisenstab ein. Dort waren Zehntausende Haushalte ohne Strom, Autos und Züge blieben stecken. Im Südosten Englands mussten Hunderte von Autofahrern die Nacht auf den Straßen verbringen. In Belgien kam der internationale Zugverkehr zum Erliegen. Europaweit fielen mehrere hundert Flüge aus. Auf deutschen Straßen gab es weit über 1000 Unfälle. In Frankfurt am Main musste der größte deutsche Flughafen wegen verschneiter Landebahnen für Stunden geschlossen werden.

Auch im Rheinland schwerer Unfall

Auch in anderen Gegenden Deutschlands kam es zu schweren Autounfällen. Bei einer Karambolage auf einer Landstraße nahe Bornheim im Rheinland wurden vier Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Vier Autos waren hier nach Polizeiangaben am Montagabend auf schneebedeckter Fahrbahn ineinander gekracht. Im Oberbergischen Kreis wurden eine 37-Jährige und ihr 14 Jahre alter Sohn schwer verletzt.

Rund 100 Autos und Lkw sind von der Unfallserie auf der A 45 in Hessen betroffen.
Rund 100 Autos und Lkw sind von der Unfallserie auf der A 45 in Hessen betroffen.(Foto: dpa)

Beim Zusammenstoß eines Autos mit einem Bus wurden in Sachsen-Anhalt außerdem zwei Menschen getötet und 30 Schulkinder leicht verletzt. Die beiden Fahrzeuge waren auf einer Bundesstraße bei Wernitz frontal zusammengestoßen. Bei den Toten handelt es sich um zwei Männer, die in dem Auto saßen. Die verletzten Kinder wurden in ihre Sekundarschule nach Mieste gebracht, wo sich Notärzte um sie kümmerten. Kein Kind kam in ein Krankenhaus.

Im hessischen Stadtallendorf kam bei einem Glätteunfall ein Autofahrer ums Leben. Ein 30 Jahre alter Mann wurde in Trendelburg bei Kassel bei einem Autounfall schwer verletzt, als sein Fahrzeug in einer Kurve von der glatten Straße rutschte, wie die Polizei mitteilte. Die A 5 wurde Richtung Norden komplett gesperrt. Mehrere Schulen in Hessen gaben ihren Schülern schneefrei.

Zwei Lkw kollidieren auf der A 5 in Hessen.
Zwei Lkw kollidieren auf der A 5 in Hessen.(Foto: dpa)

Im Norden beruhigte sich die Lage dagegen etwas. Zwar kam es in Schleswig-Holstein bei Schnee und Eis zu hunderten Unfällen. Meist blieb es aber bei Blechschäden, teilte die Polizei in Lübeck mit. Die "große Unfallwelle" sei ausgeblieben. Auch der Schulbetrieb im nördlichsten Bundesland läuft wieder planmäßig.

Berliner S-Bahn überfordert

In Berlin führten Schnee und Eis zu Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr. Wegen eines Schienenbruchs am Potsdamer Platz kam es zu Verspätungen und Zugausfällen auf den mehreren Linien. Auf einer Strecke fiel der Verkehr komplett aus. Nach Angaben der S-Bahn-Berlin kommt es vor allem bei starken Temperaturschwankungen zu Metallbrüchen. Wann die Störung behoben sein wird, sei noch nicht absehbar.

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Quelle: n-tv.de

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