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Im Einkaufszentrum "Sophienhof" sollen drei Mädchen belästigt worden sein.
Im Einkaufszentrum "Sophienhof" sollen drei Mädchen belästigt worden sein.(Foto: imago stock&people)

Polizei schwächt ihren Bericht ab: "Massenbelästigung" in Kiel wirft Zweifel auf

Die massive Belästigung dreier Mädchen durch zahlreiche Migranten im Einkaufszentrum "Sophienhof" hat so womöglich nicht stattgefunden. Handy-Aufnahmen von dem Vorfall gibt es bislang nicht - Zeugen widersprechen zudem den Vorwürfen.

Die Kieler Polizei hat ihre Darstellung einer massiven Belästigung von drei Mädchen im Kieler Einkaufszentrum "Sophienhof" abgeschwächt. Experten der Polizei untersuchten noch, ob es auf den Handys der tatverdächtigen Flüchtlinge Fotos und Videos der Mädchen gibt oder auch nicht, sagte ein Polizeisprecher in Kiel. Am Freitag hatte die Polizei die Existenz von Fotos und Videos noch als Tatsache geschildert.

Mehr als 20 Männer mit Migrationshintergrund sollen die Mädchen demnach massiv belästigt, verfolgt und gefilmt haben. NDR 1 Welle Nord hat mit Quelle Kieler Polizei berichtet, auf den Handys der beiden Hauptverdächtigen seien weder Fotos noch Videos gefunden worden. Ein Polizeisprecher sagte dagegen, ob es Aufnahmen gebe, sei noch nicht geklärt.

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Die Polizei teilte auch mit, sie suche einen möglicherweise wichtigen Zeugen, der die Belästigung der drei weiblichen Jugendlichen beobachtet und mit ihnen während des Vorfalls gesprochen haben soll. Der Polizeisprecher sagte, es würden nun auch die Überwachungskameras des "Sophienhofes" ausgewertet, um zu sehen, wie viele Schaulustige unter den angeblich 20 bis 30 Männern waren und wie viele die Mädchen belästigt oder verfolgt hätten.

Angestellte empfanden Situation als ungefährlich

Ein Bericht der "Kieler Nachrichten" weckt indes Zweifel an den Beschuldigungen der Mädchen. Mitarbeiter von Restaurants im Sophienhof schilderten der Zeitung den Vorfall aus ihrer Sicht. Der Mitarbeiter eines arabischen Restaurants sagte den "Kieler Nachrichten": "Das ist direkt vor meiner Nase passiert. Aber das war keine Massenbelästigung."

Einige Afghanen hätten "einen auf dicke Hose" gemacht, sagte der Mann. "Wenn ich gesehen hätte, dass die Mädchen Angst gehabt hätten oder dass die Situation eskaliert, wäre ich sofort über den Tresen gesprungen und hätte eingegriffen." Auch die Angestellte eines anderen Restaurants relativierte das Geschehen. Die Polizei will demnach auch diese Zeugen vernehmen.

Quelle: n-tv.de

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