Panorama
Auch Putins Macho-Attitüde wird verspottet.
Auch Putins Macho-Attitüde wird verspottet.

"Waffentest der USA": Meteorit regt die Fantasie an

Russlands Präsident Putin als Himmelsreiter und ein turkmenischer Vulkan als falscher Krater: Der Meteoriten-Einschlag am Ural sorgt in Russland für Kreativität - und Verschwörungstheorien. Auch die Stadt Tscheljabinsk ist vor Häme nicht sicher.

Verschwörungstheorien sind in Russland überaus populär. Ganz weit vorne in Sachen finstere Mächte ist Wladimir Schirinowski, seines Zeichens Chef der Liberaldemokraten und angesiedelt zwischen Rechtsextremismus, Populismus und Irrsinn. Konsequenterweise verkündet er nun, dass in der Nähe der Stadt Tscheljabinsk gar kein Meteorit eingeschlagen sei. Es handele sich vielmehr um einen Waffentest der USA.

Während man beim gemeinhin als Polit-Clown titulierten Schirinowski nie weiß, wie ernst er Gesagtes meint, nehmen russische Blogger den Meteoriteneinschlag mit Humor – unter dem Motto: "Nichts ist so erfrischend wie ein Meteorit am Morgen".

Tschaljabinsk - vor oder nach dem Einschlag?
Tschaljabinsk - vor oder nach dem Einschlag?

So ist für den Meteoriten bereits ein Twitteraccount eingerichtet. Den Tweets folgen mehr als 1500 Menschen. Und auf einem Foto aus dem Film "Armageddon" ist Bruce Willis im Raumanzug zu sehen, bevor er die Welt vor einem Asteroiden rettet. Bildunterschrift: "Ruft mich nicht an!" Eine auf Facebook gern geteilte Fotomontage zeigt den Präsidenten Wladimir Putin, der sich gern als kerniger Sportsmann präsentiert, wie er lässig auf dem Meteoriten-Streif am Himmel reitet.

Splitter im Angebot

Doch nicht nur über den sich als Macho gebenden Staatschef, auch über die Stadt Tscheljabinsk wird kräftig hergezogen. So findet sich ein Foto von "Tscheljabinsk NACH dem Einschlag" im Netz, darauf sind heruntergekommene Straßenzüge zu sehen. Daneben steht eine Aufnahme mit der Bildunterschrift "Tscheljabinsk VOR dem Einschlag" - sie zeigt exakt dasselbe trostlose Panorama.

Findige Bewohner der Millionenstadt empfehlen, heruntergekommene, baufällige Wohnungen als "Meteoritenschaden" bei den Behörden geltend zu machen, um Schadenersatz zu kassieren. Andere bieten im Internet angebliche Splitter des Himmelskörpers an – Echtheit fraglich.

Hohn und Spott sieht sich das russische Staatsfernsehen ausgesetzt. Ein Spaßvogel hatte einen Clip über den seit mehr als 40 Jahren brennenden Gas-Krater Derweze in der früheren Sowjetrepublik Turkmenistan ins Netz gestellt - mit dem falschen Etikett "Absturzstelle bei Tscheljabinsk". Der Erste Kanal strahlte das Filmchen aus, mit dem Hinweis: "Bilder vom Meteoriten".

Doch womöglich ist das alles erst der Anfang. Die "Stimme Ruslands" berichtet, dass "zwei weitere Bruchstücke des Asteroiden" in der Region niedergehen könnten. Woher sie das weiß? Von Geheimdiensten.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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