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Michael Mross arbeitete viele Jahre für n-tv.
Michael Mross arbeitete viele Jahre für n-tv.(Foto: imago/Mauersberger)

Früherer n-tv Moderator verunglückt: Michael Mross schildert Klinik-Horror

Bei einem Autounfall in Sri Lanka verliert der frühere "Telebörse"-Moderator Michael Mross ein Bein und einen Arm. Er ringt mit dem Leben, wird in Colombo notoperiert und schließlich noch einmal in Berlin. Nun schildert er seine Odyssee.

"Ich sitze in meinem Café im Süden Sri Lankas und blicke nach rechts. Es nähert sich mit großer Geschwindigkeit ein kleiner SUV." So beginnt der Blogeintrag von Michael Mross, in dem der frühere Moderator der n-tv Sendung "Telebörse" über die wohl schlimmsten Tage seines Lebens berichtet. Denn dieser kleine Jeep krachte am vergangenen Sonntag in den 58-Jährigen. Er überlebte denkbar knapp.

"Rechtes Bein weg. Linkes Bein gebrochen. Arm rechts weg. Plötzlich sehe ich meine abgerissenen Gliedmaßen - das Bein und den Arm - in einer Ecke. 'Bitte kühlen', rufe ich mit heiserer Stimme ohne Aussicht auf Erfolg", beschreibt Mross die ersten Momente des Aufwachens in einem Krankenhaus.

Eiligst wird er aus dem kleinen Ort in ein Krankenhaus der Hauptstadt Colombo gebracht, das vermeintlich besser auf den schwer Verletzten vorbereitet ist. "Krankenhäuser in Colombo mutet man nicht mal seinen ärgsten Feind zu", schreibt Mross. "Ich war in der nächsten Hölle. Diesen Vorwurf aber bitte nicht falsch verstehen, denn die Menschen dort gaben sich wirklich Mühe."

Mross war "ohne Hoffnung"

Während Freunde den Rücktransport nach Deutschland organisieren, ringen die Ärzte um Mross' Leben. Es gibt Bluttransfusionen und Operationen dort, wo einmal Gliedmaßen waren. Nachts kommt Mross wieder zu sich: "Überall schreiende Menschen, Schmerzen. Tropische Hitze. Gefühlte 40 Grad, 100 Prozent Luftfeuchtigkeit. Und ich ohne Arm und Bein mit gebrochenem Brustkorb, mit gebrochenen Rippen, mit leichtem Fieber, mit Blutverlust und ohne Hoffnung."

Notdürftig halten die Ärzte Mross am Leben, bis er am Donnerstag endlich ausgeflogen werden soll. Der Transport zum Flugzeug gerät zur Tortur. "Es ist die Zwischenhölle. Es ist die Hölle vor der Hölle nach der Hölle. Der geschundene Körper wird in ein anderes Ambulanzfahrzeug gewuchtet."

Horrorfantasien im Delirium nach Operation

Den langen Flug komplett im Liegen beschreibt Mross ebenfalls als äußerste Qual, doch sie geht vorbei. "Endlich Deutschland, endlich Paradies. Sofort Not-Operation. Alles, was sie in Colombo gemacht haben, musste praktisch verbessert oder noch mal neu gemacht werden." Die Ärzte entdecken zwei Wirbelbrüche.

Als Mross in der Nacht zu Freitag aufwacht, ist er verwirrt: "Ich weiß gar nichts mehr. Und ich schreie um Hilfe und Wasser. (...) Ich hatte eindeutig die Vorstellung, dass ich in einer Organwerkstatt gelandet sei." Erst am Vormittag klärt sich für Mross die Lage auf: "Ich bin in der Notaufnahme einer Berliner Klinik. Intensivstation. Von der Hölle jetzt doch erst mal in den Himmel."

Quelle: n-tv.de

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