Panorama

Trauriger Spitzenplatz für Ciudad Juárez"Mordhauptstadt" liegt in Mexiko

27.08.2009, 10:03 Uhr

Der mexikanische Drogenkrieg macht die Grenzstadt Ciudad Juárez zum gefährlichsten Pflaster der Welt. In der Zwei-Millionen-Metropole am Rio Grande sind in diesem Jahr bereits über 1.300 Menschen einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen.

Die mexikanische Grenzstadt Ciudad Juárez, Schauplatz eines blutigen Drogenkriegs rivalisierender Banden, verzeichnet weltweit die höchste Mordrate. Wie die mexikanische Nichtregierungsorganisation CCSP mitteilte, liegt die an den US-Bundesstaat Texas angrenzende Stadt mit 130 Morden pro 100.000 Einwohner vor dem venezolanischen Caracas (96) und New Orleans in den USA (95).

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Ein alltägliches Bild an der Grenze zu den USA: Polizisten untersuchen Leichen. (Foto: REUTERS)

Die irakische Hauptstadt Bagdad steht in der auf Zahlen aus Medienberichten und FBI-Informationen basierenden Liste erst auf Platz zehn, hier kommen auf 100.000 Einwohner 40 Morde. Im vergangenen Jahr hatte das Magazin "Foreign Policy" noch Caracas zur weltweiten "Mordhauptstadt" ernannt.

Kopfgeldjäger inhaftiert

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Die Regierung versucht dem Problem mit hochgerüsteten Sicherheitskräften beizukommen. (Foto: REUTERS)

Allein bis zum 21. August wurden laut CCSP in Ciudad Juárez 1.362 Menschen ermordet, im gesamten Vorjahr waren 1.600 Morde registriert worden. Wie das mexikanische Verteidigungsministerium mitteilte, wurden in der Stadt sieben Berufskiller festgenommen, die seit Jahresanfang 36 Morde begangen haben sollen.

Besonders von dem Drogenkrieg in Mitleidenschaft gezogen wurde auch Tijuana: Die Stadt an der Grenze zum US-Bundesstaat Kalifornien liegt mit 73 Morden pro 100.000 Einwohner auf Platz vier der Liste der gefährlichsten Städte. Die mexikanische Regierung hat im Kampf gegen die Drogenkartelle im ganzen Land mehr als 36.000 Soldaten mobilisiert.

Quelle: AFP