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Apollo-11-Astronaut Edwin "Buzz" Aldrin auf dem Mond: Die Strategie, sich dem Erdtrabanten mit einem Mutterschiff und einer Landefähre zu nähern, stammt von Houbolt.
Apollo-11-Astronaut Edwin "Buzz" Aldrin auf dem Mond: Die Strategie, sich dem Erdtrabanten mit einem Mutterschiff und einer Landefähre zu nähern, stammt von Houbolt.(Foto: picture alliance / dpa)

Das "Hirn" hinter der Mondlandung: Nasa-Ingenieur Houbolt ist tot

Astronauten und Raumfahrtexperten trauern um einen ihrer wichtigsten Wegbereiter: John Houbolt, Erfinder der Mondlandefähre von 1969, stirbt im Alter von 95 Jahren. Die Nasa setzt ihn in eine Reihe mit Neil Armstrong und Wernher von Braun.

Vorteile beim Startgewicht: John C. Houbolt erläutert seine Ideen von einer Mondlandefähre.
Vorteile beim Startgewicht: John C. Houbolt erläutert seine Ideen von einer Mondlandefähre.(Foto: NASA.gov)

"Es ist nur ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit": Diese berühmten Worte sprach Nasa-Astronaut Neil Armstrong am 21. Juli 1969, unmittelbar nachdem er als erster Mensch überhaupt den Boden eines anderen Himmelskörpers betreten hatte. Entscheidend an diesem Erfolg beteiligt war ein Ingenieur, der jenen spektakulären Sprung durch seinen Erfindergeist erst möglich gemacht hatte.

Jetzt ist der legendäre Nasa-Ingenieur John Houbolt tot. Wie erst jetzt bekann wurde, starb er am vergangenen Dienstag in einem Altersheim in Scarborough im US-Bundesstaat Maine. Sein früherer Arbeitgeber, die US-Raumfahrtbehörde Nasa, bestätigte entsprechende Berichte.

Obwohl Experten Houbolt in eine Reihe mit dem legendären Raketenplaner und Raumfahrtvisionär Wernher von Braun stellen, war Houbolts Name bislang fast nur Fachleuten ein Begriff. Mit seiner Arbeit legte Houbolt die Grundlagen für das reibungslose Gelingen zahlreicher US-Mondmissionen.

Rendevouz mit dem Mutterschiff

Als die Vereinigten Staaten Anfang der 1960er Jahre das Mondlandeprojekt in Angriff nahmen, setzte sich der Ingenieur mit der Idee durch, die Astronauten mit einer eigenen Fähre von einem Mutterschiff abzukoppeln und mit einem kleineren Annäherungsvehikel auf dem Mond landen zu lassen.

Die meisten Experten hatten diesen Plan als viel zu kompliziert erachtet: Das Apollo-Raumschiff musste dafür eine Kapsel mitführen, die landen und wieder selbstständig starten sollte. Selbst wenn der Start von der Mondoberfläche glücken sollte, waren die Schwierigkeiten noch nicht ausgeschlossen.

Anschließend musste die kleine Landefähre ein passgenaues Rendevouz mit dem im mondnahen Orbit verbliebenen Mutterschiff einhalten - und das alles rund 380.000 Kilometer von der Erde entfernt. Der Vorschlag Houbolts erwies sich als das beste und effizienteste Manöver - und letztlich auch als erfolgreich: Mehrfach gelangen die von ihm erdachten Abkoppelungs- und Andockmanöver reibungslos.

"Houbolt hat den entscheidenden Beitrag geleistet", heißt es im Nachruf der Nasa. Seine Ideen hätten es ermöglicht, Menschen zum Mond und auch wieder nach Hause zu bringen. "Dr. John C. Houbolt - kaum bekannt, dabei voller Ideen und Mut - starb am 15. April 2014 im Alter von 95 Jahren."

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Quelle: n-tv.de

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