Panorama

"Demografischer Klau"Norddeutsche ziehen nach Süden

30.04.2011, 17:09 Uhr
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München wirkt wie ein Magnet auf den Norden der Republik. (Foto: picture alliance / dpa)

Norddeutschland verliert neuen Berechnungen zufolge immer mehr Einwohner an den Süden des Landes. Allein Bayern habe seit der Wiedervereinigung 670.000 Bewohner aus anderen Teilen Deutschlands angezogen, errechnet das Bundesinstitut für Bevölkerungsentwicklung.

Norddeutschland verliert neuen Berechnungen zufolge immer mehr Einwohner an den Süden des Landes. Allein Bayern habe seit der Wiedervereinigung 670.000 Bewohner aus anderen Teilen Deutschlands angezogen, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf aktuelle Daten des Bundesinstituts für Bevölkerungsentwicklung (BIB).

Niedersachsen verlor dagegen demnach im gleichen Zeitraum fast eine halbe Million Menschen. Berlin registrierte einen Wanderungsverlust von fast 100.000 Bürgern. Auch Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt oder Bremen verlieren Einwohner.

Es seien vor allem die jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die der Heimat den Rücken kehrten, um in einem anderen Bundesland einen Arbeitsplatz anzunehmen oder eine Ausbildung anzufangen, sagte BIB-Forscher Stephan Kühntopf dem Blatt. Der Chef des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, Reiner Klingholz, sprach von einem "demografischen Klau", der für die einzelnen Regionen gravierende Folgen habe. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels und der schrumpfenden Bevölkerung sei Zuwanderung die einzige Möglichkeit, den künftigen Wohlstand zu halten.

Für Bayern prognostizieren die Experten dem Bericht zufolge bis zum Jahr 2030 eine anhaltend starke Zuwanderung. Auch andere südliche Bundesländer werden demnach profitieren und auf diese Weise ihre Bevölkerung im Gegensatz zum Rest der Republik weitgehend stabil halten können.

Quelle: AFP